Die CDU präsentiert in Berlin ihre Wahlplakate. Da war die Welt noch in Ordnung. Foto: AFP

Die CDU hat sich definitiv nicht vertippt. Die Partei hat #fedidwgugl als Hashtag für ihren Wahlkampf ausgesucht. Das lässt sich alles erklären – sorgt aber dennoch für Spot.

Stuttgart - Ein guter Slogan bleibt haften. Er ist knallig, springt die Menschen an, ist leicht zu verstehen und klebt wie Kaugummi in den Windungen des Gehirns. Das hat sich wohl auch die CDU bei ihrer Kampagne für den Bundestagswahlkampf gedacht und sich auf die Suche gemacht. Sie ist fündig geworden: „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ heißt der Satz, mit dem die Christdemokraten an den Start gehen. Der erste Eindruck ist: da waren Profis am Werk! Doch es geht noch besser. Der dazugehörige Hashtag erfüllt alle Bedingungen, um ein Hit im Internet zu werden: #fedidwgugl. Es sind die Anfangsbuchstaben des wirklich Wahlslogans. Das ist irgendwie einleuchtend – aber dennoch ziemlich daneben.

#fedidwgugl lässt sich weder aussprechen, geschweige denn merken und die Gemeinde im Netz fragt sich belustigt, was sich die CDU oder die zuständige Agentur Jung von Matt dabei gedacht hat.

Die CDU ist sich allerdings keiner Schuld bewusst .Voller Stolz präsentierten die Christdemokraten am Donnerstag die Hauptbotschaft – den sogenannten Claim - und den Hashtag via Twitter.

Es dauerte nur kurze Zeit, bis sich die User im Netz sich die ersten Gedanken über #fedidwgugl gemacht hatten. Am meisten interessierte die Netzgemeinde, wer sich dem Hashtag wohl ausgedacht hat. Einige hatten auch schon sehr kreative Lösungen parat.

Natürlich wurde die Botschaft sofort mit den Ideen der politischen Konkurrenz verglichen. Aber auch in diesem zentralen Bereich konnten die Christdemokraten mit ihrem Claim nicht wirklich überzeugen.

Für die politische Konkurrenz ist solch ein schöner Hashtag natürlich eine Steilvorlage in der Auseinandersetzung um die Wählerstimmen. Die Grünen waren da ziemlich schnell und auch reichlich kreativ.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber versuchte aus der Not eine Tugend zu machen. Frei nach dem Motto: Hauptsache, es wird über uns geredet. Ob sein Tweet den Nutzern im Netz wirklich den Mund wässerig macht auf die Präsentation des CDU-Programmes für die Bundestagswahl ist allerdings noch nicht überliefert.

Doch Peter Tauber war das noch nicht genug. Er ließ seinem Tweet einen weiteren folgen und lieferte prompt eine Aussprachehilfe für #fedidwgugl. Spätestens in diesem Moment könnte man zu der Überzeugung kommen, die CDU habe ihren Internet-Hashtag-Hit wirklich mit Absicht gelandet.

Ganz perfide geht auch die FDP vor, um gegen die CDU zu punkten. Die Liberalen nutzten die Aufmerksamkeit für #fedidwgugl gleich für sich. Wer die Seite http://fedidwgugl.de besucht, liest dort folgendes Statement: „Liebe Union, überlasst das mit der Digitalisierung doch einfach denen, die davon Ahnung haben. Zum Beispiel den Freien Demokraten.“ Mit einem Link zu einem Wahlkampfvideo der FDP. Da zählt es auch nicht, das die Liberalen nach der Bundestagswahl im Herbst womöglich der nächste Koalitionspartner der CDU werden könnten.

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