Eine Sauna aus dem Rems-Murr-Kreis gehört plötzlich zu den beliebtesten Saunen Deutschlands. Dennoch ist ihr Neubau vor Ort nicht unumstritten.
Es gibt Orte, an denen Menschen freiwillig schwitzen – und am Ende trotzdem glücklicher hinausgehen. Saunen gehören dazu. Der Duft von Holz, ein Aufguss, der zischend auf die heißen Steine trifft, und anschließend der Sprung ins kalte Wasser: Für viele ist das die perfekte Kurzflucht aus dem Alltag. Doch wo funktioniert dieses Versprechen am besten? Und wo bleibt die Erholung auf der Strecke?
Ein neues Ranking versucht genau das zu beantworten. Das Vergleichsportal Testberichte.de hat 1,7 Millionen Online-Bewertungen zu 600 Thermen, Freizeitbädern und Saunalandschaften ausgewertet und präsentiert damit laut eigenen Angaben das umfangreichste Thermen- und Saunen-Ranking Deutschlands 2026.
Top-Saunen in Deutschland: Ruhe und Wärme als Erfolgsrezept
Deutschlandweit führt das Frankenlagune Wellness-Center im bayerischen Hirschaid die Liste an, dicht gefolgt vom Saunabad Molfsee bei Kiel und der Landsauna Lilienthal bei Bremen. Alle drei Anlagen erreichen beeindruckende 4,8 Sterne. Besucher loben dort vor allem ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, freundliches Personal und Saunalandschaften, die offenbar genau das liefern, was viele suchen: Ruhe, Wärme und ein bisschen kleine Weltflucht.
Doch während die Spitzenplätze im Norden und Süden verteilt sind, sorgt in Baden-Württemberg ein ganz anderer Ort für Gesprächsstoff: Winnenden. Dort hat sich das Wunnebad mit seiner neuen Sauna geradezu spektakulär nach oben gearbeitet.
Wunnebad Winnenden: Spektakulärer Aufstieg im Sauna-Ranking
Das Wunnebad ist der Aufsteiger des Jahres. Innerhalb eines Jahres kletterte die Anlage im Ranking von Platz 507 auf Rang 28 – ein Sprung um fast 500 Plätze. Die Bewertung verbesserte sich gleichzeitig deutlich auf 4,6 Sterne. In den neueren Rezensionen spiegeln sich vor allem die Renovierungen wider, insbesondere der neue Saunabereich wird häufig gelobt, wie Testberichte.de mitteilt.
Die neue Sauna ist das Herzstück der umfassenden Modernisierung des Wunnebads. Holzoptik, ein neu gestalteter Saunagarten und eine große Außensauna sollen eine Atmosphäre schaffen, die eher an Wellness-Resorts erinnert als an ein kommunales Hallenbad.
Dass der neue Saunabereich Aufmerksamkeit erzeugt, zeigte sich schon im vergangenen Herbst: Mit einem 24-Stunden-Saunamarathon stellte das Bad einen Weltrekord für Aufgüsse auf – ein Event zwischen Wellness, Marketing und Ausdauerprüfung.
Kostenexplosion: Winnendens Sauna-Projekt in der Kritik
Doch so viel Begeisterung das neue Saunaangebot auch auslöst – ganz unumstritten ist es in Winnenden nicht. Denn die Sauna ist Teil eines Großprojekts, dessen Kosten deutlich gestiegen sind.
Ursprünglich war die umfassende Sanierung des Wunnebads mit rund 26 Millionen Euro kalkuliert worden. Inzwischen liegt der Kostenstand bei mehr als 31 Millionen Euro. Verantwortliche führen das unter anderem auf gestiegene Materialpreise, Lieferprobleme und zusätzliche Bauarbeiten zurück.
Gerade der neue Saunabereich steht deshalb immer wieder im Mittelpunkt der lokalen Diskussion. Für die einen ist er ein attraktives Aushängeschild für die Stadt – ein Ort, der Besucher anzieht und das Freizeitangebot deutlich aufwertet. Für andere ist er ein teurer Luxus in einem ohnehin kostspieligen Umbauprojekt.
Wunnebad Winnenden begeistert mit überdurchschnittlichen Bewertungen
Das Sauna-Ranking zeigt allerdings auch: Die Investition zahlt sich zumindest beim Publikum aus. Mit 4,6 Sternen liegt das Wunnebad deutlich über dem Durchschnitt. Die durchschnittliche Bewertung aller untersuchten Einrichtungen beträgt 4,2 Sterne. Anlagen ab 4,3 Sternen gelten damit bereits als überdurchschnittlich gut bewertet, wie Testberichte.de mitteilt.
Dass gute Bewertungen keineswegs selbstverständlich sind, zeigt der Blick ans andere Ende der Liste. In Baden-Württemberg landen erneut die Barbarossa-Thermen in Göppingen weit hinten im Ranking. Kritisiert werden dort laut Rezensionen vor allem defekte Ausstattung und zu kaltes Wasser.
Saunakultur boomt: Entschleunigung und Wellness im Trend
Der Boom der Saunakultur hat mehrere Gründe. Wellnessangebote sind längst Teil der Freizeitindustrie geworden, gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach kurzen Auszeiten. Eine Sauna verspricht genau das: Entschleunigung, Gesundheit und ein paar Stunden ohne Bildschirm.
Viele Anlagen reagieren darauf mit immer aufwendigeren Konzepten – Eventaufgüsse, Ruheräume für absolute Stille oder ganze Saunagärten unter freiem Himmel. Wer sich hier modernisiert, wird offenbar auch online belohnt.
Für Winnenden bedeutet das: Die neue Sauna hat nicht nur mehr Hitze ins Bad gebracht, sondern auch einen überraschenden Imagegewinn.