Der Einmündungsbereich der Haußmannstraße und der Alfdorfer Straße in die Talstraße soll in einem Jahr ganz anders aussehen. Foto: Jürgen Brand

Bis zum Sommer 2014 bekommen die Fußgänger am Eingang zum Stuttgarter Osten mehr Platz, Bäume werden gepflanzt und ein neuer Übergang ermöglicht den Zugang zur Klingenbach-Anlage. An der Ecke zur Rotenbergstraße entsteht ein Neubau.

S-Ost - Die untere Talstraße in Stuttgart-Ost verwandelt sich in den kommenden Monaten Stück für Stück in eine Baustelle. Bis zum Sommer 2014 wird die Straße schmaler, stadteinwärts wird es dann nur noch eine Fahrbahn geben. Dafür bekommen die Fußgänger mehr Platz, Gehwege und Fahrbahnen erhalten einen neuen Belag, Bäume werden gepflanzt. Auf Höhe der Straße Am Gelben Weg wird ein neuer Fußgängerüberweg geschaffen. Das Projekt im Rahmen des Sanierungsgebietes Stuttgart 24 Ost wird knapp 1,6 Millionen Euro kosten. Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) investiert weitere 500 000 Euro in neue Leitungen, die im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen gleich mit verlegt werden. Dabei werden auch zusätzliche Leerrohre verlegt, um Reserven für die Erzeuger von regenerativer Energie und für Elektromobilität zu haben.

Schwierige städtebauliche Situation

„Das ist der Beginn vom Ende“, sagte Baubürgermeister Matthias Hahn am Montag bei der Enthüllung des Bauschildes zum offiziellen Beginn der Bauarbeiten. „Es endet eine der schwierigsten städtebaulichen Situationen in Stuttgart.“ Er meint die Tristesse des Kreuzungsbereichs Tal­straße/Wangener Straße, die Besucher am Ostzugang zur Landeshauptstadt bisher empfängt. Einerseits bilden der Gaskessel auf der einen und die Gaisburger Kirche auf der anderen Seite – beide denkmalgeschützt – eine Art Ost-Tor zur Stadt, andererseits wirkt die oft als „vereinigte Hüttenwerke“ geschmähte Gebäudeansammlung an der Kreuzung mit Spieler-Spelunken und Rotlicht-Etablissements eher abschreckend. Auch der weitere Verlauf der Tal­straße bis zur Kreuzung Landhausstraße gehört nicht zu den sehenswerten Quartieren der Landeshauptstadt.

Über die jetzt beginnende Verwandlung dieses Bereichs ist jahrelang diskutiert und verhandelt worden, die Anwohner durften bei den Gestaltungsplänen mitsprechen. Der erste sichtbare Schritt für die Umgestaltung des Quartiers war die Einweihung der unteren Klingenbachanlage im vergangenen Oktober.

Lichtkonzept mit Bäumen

Diese Verwandlung wird nun mit der Umgestaltung des Straßenraums fortgesetzt. Von der Kreuzung Rotenbergstraße/Wangener Straße bis zur Kreuzung Landhausstraße sollen die Gehwegbereiche und der gesamte Straßenaufbau erneuert werden. Im unteren Bereich bis zur Einmündung Haußmannstraße ist für die dann vergrößerten Fußgängerbereiche „ein einheitlicher Plattenbelag mit unregelmäßig eingestreuten Bäumen sowie die Realisation eines Lichtkonzepts mit der Ausleuchtung von neu anzupflanzenden Bäumen“ vorgesehen. Die Gestaltung soll eine Art optische Bremse für den Verkehr bilden.

Stadteinwärts wird es künftig nur noch eine Fahrspur geben. So werden die heute oft zu beobachtenden starken Beschleunigungsvorgänge und Drängeleien an der Verengung unterbunden. Die bisherige zweite Fahrspur wird schmaler und zur reinen Busspur, dafür werden die Gehwege im gesamten Bereich breiter.

Abriss der „Hüttenwerke“ noch in diesem Jahr

Die Ansammlung von niedrigen und bisher als Kneipen genutzten Gebäude an der Ecke Rotenberg-/Talstraße soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Dort soll wie berichtet ein Gebäudekomplex mit Seniorenwohnungen entstehen.

Die Fläche, die neu gestaltet wird, ist rund 10 300 Quadratmeter groß. Insgesamt stehen dafür 1,57 Millionen Euro aus Fördermitteln des Sanierungsgebietes zur Verfügung. 60 Prozent davon tragen der Bund und das Land Baden-Württemberg. 25 000 Euro steuert das Tiefbauamt der Stadt aus seinem Investitionsbudget bei.

Gebaut wird in den kommenden zwölf Monaten Abschnitt für Abschnitt, damit der Verkehr auf der Talstraße so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Die Anwohner sollen rechtzeitig über mögliche Einschränkungen informiert werden.