Auf der Bühne wird er alterslos: Mick Jagger, der Sänger der Rolling Stones Foto: dpa

„What a drag it is getting old“, sang Mick Jagger 1966. An diesem Donnerstag nun wird er 75 und scheint damit keine Probleme zu haben. Beim jüngsten Stadion-Konzert in Stuttgart wirbelte er in Bestform über die Bühne. Wir haben Material für ein Geburtstagsständchen zusammengestellt.

Stuttgart - In einem unterscheiden sich die Beatles und die Rolling Stones besonders deutlich: Während bei den Beatles Songs und Alben mystische Verehrung erfahren, gelten die Stones als größte Live-Rock’n’Roll-Band aller Zeiten, auch was den Materialeinsatz angeht. Das freilich ist ein wenig unfair. Denn die Beatles waren nach unzähligen Clubgigs Mitte der 60er Jahre wahrscheinlich die am besten eingespielte Liveband der Welt, während die Stones andererseits einige wirklich große Songs geschrieben haben. Zum 75. Geburtstag von Mick Jagger haben wir einige der besten zusammengestellt.

Platz 15: Sister Morphine

Der Blues mit dem eindeutigen Drogenbezug wurde erstmals von der britischen Sängerin Marianne Faithfull 1969 veröffentlicht.

Geschrieben hatte sie es gemeinsam mit Mick Jagger und Keith Richards, mit denen sie mehr verband als nur Musik. 1971 erschien das Stück auf dem Rolling Stones-Album „Sticky Fingers“.

Platz 14: Honky Tonk Women

Die R&B-Nummer kam 1969 als Single auf den Markt. Das Musikmagazin Rolling Stone setzte das Lied 2004 auf Platz 116 in der Liste der 500 besten Songs aller Zeiten.

Platz 13: She’s a Rainbow

Stones-Gitarrist Brian Jones spielte Mellotron bei diesem für die Band untypischen Liebeslied, der britische Pianist Nicky Hopkins saß als Gast am Klavier, John Paul Jones von Led Zeppelin arrangierte die Streicher. Der Song erschien 1967 auf dem Album „Their Satanic Majesties Request“.

Platz 12: Street Fighting Man

Der wahrscheinlich politischste Song der Stones erschien 1968 passend zu den weltweiten Studentenprotesten auf dem Album „Beggars Banquet“.

Platz 11: Dead Flowers

Beeinflusst vom US-amerikanischen Country-Singer-Songwriter Gram Parsons, mit dem Keith Richards befreundet war, erschien dieser Song 1971 auf dem Album „Sticky Fingers“.

Platz 10: (I can’t get no) Satisfaction

Der erste Nummer-eins-Hit der Stones in den USA wurde 1965 veröffentlicht. Er gilt verschiedenen Musikmagazinen als einer der besten Songs aller Zeiten.

Platz 9: Let’s Spend the Night Together

Veröffentlicht wurde die Single 1967, später tauchte sie auf dem Album „Between the Buttons“ auf. Die wohl berühmteste Cover-Version stammt von David Bowie

Platz 8: Brown Sugar

Mick Jagger schrieb diesen Song für seine heimliche Liebe, die Afroamerikanerin Marsha Hunt, die Mutter seines ersten Kindes Karis – oder, was nie aufgeklärt worden ist, für die afroamerikanische Background-Sängerin Claudia Lennear, mit der Jagger befreundet war. Es erschien 1971 auf „Sticky Fingers“.

Platz 7: Wild Horses

Ein weiteres Lied des Albums „Sticky Fingers“ – angeblich der Lieblings-Rolling-Stones-Song von Jaggers Ex-Frau Jerry Hall.

Platz 6: 19th Nervous Breakdown

Der Song entstand 1965 auf einer US-Tour und erschien zunächst nur als Single.

Platz 5: Gimme Shelter

Der Song erschien 1969 auf dem Album „Let It Bleed“. Jagger bezeichnete ihn in einem Interview als „Endzeit-Lied“, verfasst unter dem Eindruck der Brutalitäten des Vietnamkrieges und der weltweiten Spannungen. Die fulminanten Background-Vocals stammen von der afroamerikanischen Sängerin Merry Clayton.

Platz 4: Paint it Black

Auch wenn das Lied im Abspann zu Kubricks „Full Metal Jacket“ zu hören ist, hat das Thema nichts mit dem Vietnamkrieg zu tun - viel mehr mit einer depressiven Grundstimmung. Die Single erschien 1966.

Platz 3: You Can’t Always Get What You Want

Dieser Song gilt als Gegenstück zum Beatles-Song „Hey Jude“. Die drei Strophen drehen sich um die großen Themen der 60er Jahre: Liebe, Politik und Drogen – und die große Desillusionierung am Ende des Jahrzehnts. Der Song ist auf dem 1969 erschienenen Album „Let it Bleed“ zu finden.

Platz 2: Jumpin’ Jack Flash

Diese Single erschien 1968 – als kleines Comeback nach diversen Drogeneskapaden. Die treibende Kraft des Gitarrenriffs ist auch heute noch eine Wucht.

Platz 1: Sympathy for the Devil

Hier besingt Mick Jagger aus der Sicht des Teufels die Welt als dessen Spielplatz, in dem er nach Belieben Unheil stiften kann. Entgegen zunächst geäußerter Verdachte sind satanistische Motive nicht zu erkennen, eher handelt es sich um eine zynische Bestandsaufnahme menschlichen Treibens. Jagger sagte 1995 in einem Interview, der Roman „Der Meister und Margarita“ des russischen Autoren Michail Bulgakow habe ihn inspiriert. Der Song wurde 1968 auf dem Album „Beggars Banquet“ veröffentlicht.

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