„Weitere Tempolimits lösen das Problem nicht“ – der neue Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer im Gespräch mit unserer Zeitung Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Nur noch moderne Diesel in der Stadt, dazu Einschränkungen am Neckartor – so will Stuttgarts neuer Regierungspräsident Wolfgang Reimer die Luft in Stuttgart besser machen.

Stuttgart - Der neue Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer hält nichts von Tempo 80 auf Autobahnen, um die Luft in Stuttgart zu verbessern. „Weitere Tempolimits lösen das Problem letztlich nicht und sorgen für viel Ärger und unerwünschten Ausweichverkehr“, sagte der 60-Jährige im Interview mit unserer Zeitung.

Plakette statt Tempolimits

Reimer stellt sich damit gegen seine grünen Parteifreunde im Stuttgarter Gemeinderat, die solche Tempolimits auf der A 8, A 81 und A 831 fordern. Statt dessen setzt er weiter auf die Blaue Plakette, mit der nur noch moderne Dieselfahrzeuge in die Stadt dürften. „Damit würden wir eine Absenkung der Stickoxid-Emissionen um 40 Prozent erreichen“, sagte er.

Hoffen auf einen Sinneswandel

Reimer zeigte sich zuversichtlich, dass die Union auf Bundesebene ihren Widerstand gegen die Plakette nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 aufgibt. „Stickoxid ist ein bundesweites Problem in den Städten, da wird der Druck auf die Regierung steigen.“

Busspur am Neckartor?

Was das Feinstaub-Problem am Stuttgarter Neckartor angeht, so sind laut Reimer keine Fahrverbote geplant. Ab 2018 müsse aber der Verkehr dort an Alarmtagen um 20 Prozent reduziert werden. Dies könne zum Beispiel über Pförtnerampeln oder das Wegnehmen einer Fahrspur für den Öffentlichen Personennahverkehr geschehen. Laut Stadt Stuttgart wird der aktuelle Feinstaubalarm in der Nacht zum Mittwoch enden.

An den umstrittenen Nordost-Ring über das Schmidener Feld glaubt Reimer nicht mehr. Nach seinen Worten treibt das Land eine Alternative voran, um den Raum Stuttgart vom Verkehr zu entlasten: den Ausbau der Landesstraße L1115 von Backnang zur Autobahn-Anschlusstelle Mundelsheim.

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