Roman Zitzelberger (l-r), Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, Michael Brecht, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Daimler AG, Ergun Lümali, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, Nadine Boguslawski, erste Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart und Michael Häberle, Betriebsratsvorsitzender des Daimler-Werks Untertürkheim, stehen bei einer Protestaktion hinter Wäschekörben mit Unterschriften. Foto: dpa/Marijan Murat

Sie haben ihren Frust über die Umbau- und Sparpläne bei Daimler auf Postkarten zum Ausdruck gebracht. In einer Protestaktion in Stuttgart wurden die Karten an die Chefetage übergeben.

Stuttgart - Mit Zehntausenden Protest-Postkarten an die Adresse der Chefetage haben Daimler-Beschäftigte ihrem Unmut über die Umbau- und Sparpläne im Konzern Luft gemacht. Gesamtbetriebsrat und IG Metall übergaben die gut 50 000 Karten mit Wünschen und Forderungen der Mitarbeiter am Donnerstag vor der Daimler-Zentrale in Stuttgart. Sie hatten Anfang vergangener Woche zu einer „Solidaritätsaktion“ an sämtlichen Standorten bundesweit aufgerufen. Es war den Angaben zufolge die erste derartige gemeinsame Aktion in der Geschichte des Unternehmens.

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Hinter den Postkarten stünden Menschen, die Daimler groß und erfolgreich gemacht hätten, sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. „Die Unternehmensleitung muss diese Erfahrung, die wir haben, auch in Zukunft nutzen. Hört uns zu und lasst die Beschäftigten Teil der Veränderung sein.“

Betriebsräte gegen Kurs der Konzernführung

Betriebsräte und IG Metall hatten sich zuletzt immer offener gegen den Kurs der Konzernführung positioniert. Sie werfen dem Management einen schlechten Stil im Umgang mit den Beschäftigten vor. Ein großer Streitpunkt ist derzeit die Zukunft des Motorenwerks in Untertürkheim. Niemand stelle die Transformation in Frage, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Aber der Wandel müsse mit den Beschäftigten gelingen, forderte er.

Daimler verweist zur Begründung des Kurses auf den Wandel in der gesamten Autoindustrie und zudem auf die Corona-Pandemie als zusätzliche Herausforderung. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, seien Einsparungen bei Investitionen, Materialkosten und bei den Personalkosten notwendig, betont der Konzern.

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