Die Halfpipe am Dillmann-Gymnasium steht auf der Kippe. Foto: Horst Rudel

Ein neuer Rahmenplan soll auch die künftige Nutzung des Diakonissenplatzes in Stuttgart-West regeln.

S-West - Die meisten Baustellen und die größten städtebaulichen Veränderungen stehen im Westen in dem Gebiet an, das von der Rosenberg-, Seiden-, Schloss- und Johannesstraße eingegrenzt ist. Das AOK-Areal wird neu bebaut, der Paulinenpark ist eine Baustelle, das Diakonie-Klinikum plant gegenüber des Krankenhauses Wohnungen und ein Ärztehaus und das Friedrich-Eugens-Gymnasium bekommt eine neue Sporthalle. Aus diesem Grund erarbeitet die Stadt für das insgesamt 20 Hektar große Gebiet derzeit einen Rahmenplan (wir berichteten).

Insgesamt entstehen so etwa ein Drittel zusätzliche Wohneinheiten. Dies wirkt sich auf die Einwohnerzahl und die Einwohnerstruktur aus. Aus diesem Grund hat das Stadtplanungsamt eine Planungswerkstatt organisiert, deren drittes und letztes Zusammentreffen nach den Sommerferien sein soll. „Es ist eigentlich keine richtige Bürgerbeteiligung“, räumt Ingrid Schwörer vom Stadtplanungsamt ein. Doch alle im Gebiet ansässigen Institutionen wie Schulen, Seniorenheime, Kirchen, aber auch Projektträger, bürgerschaftliche Planungsinitiativen, der Bezirks- und der Jugendrat sowie Vertreter aus der Verwaltung wurden zu den Runden eingeladen.

Bestandsaufnahme über positive und negative Aspekte

Bei den ersten Treffen erarbeiteten die Teilnehmer eine Bestandsaufnahme. Als positiv wurden unter anderem die gute Lage, die Anschließung an die öffentlichen Verkehrsmittel und das Potenzial für mehr Grünflächen genannt. Als negativ wurden die fehlende Nahversorgung und der Mangel an Treffpunkten angeführt.

Die beiden Kernprobleme aber sind der Diakonissenplatz in seiner heutigen Funktion als Jugendverkehrsschule und die Skateranlage, die im Zuge des Wohnbauprojekts des Diakonie-Klinikums einen neuen Standort braucht. „Sie soll innerhalb des Gebiets bleiben“, sagt Schwörer. Und dort gibt es theoretisch nur zwei Möglichkeiten: der Diakonissenplatz und die Silcheranlage. Der Jugendrat tendiert zur Silcheranlage in der Nähe des AOK-Areals. Auch die Grünen im Bezirksbeirat favorisieren die Silcheranlage, allerdings plädieren sie für das Gelände direkt an der Schlossstraße, wo heute der Brunnen des Verschönerungsvereins steht. CDU und SPD lehnen den Ort an der Straße ab. Der Diakonissenplatz wiederum kommt als Standort erst in Frage, wenn die Jugendverkehrsschule umgezogen ist.

Für eine Entscheidung ist es ohnehin zu früh. „Wir haben ein Lärmgutachten in Auftrag gegeben“, so Schwörer. Bevor sich der Bezirksbeirat und die anderen Teilnehmer der Planungswerkstatt für einen Standort aussprechen, wollen sie das Ergebnis abwarten, das voraussichtlich erst nach der Sommerpause vorliegen wird. Ganz gleich, wo die Skateranlage letztlich gebaut wird, einen Vorteil zum heutigen Platz hinter dem Dillmann-Gymnasium hat die Verlegung auf alle Fälle. Die Anlage wäre dann im Zuge des neuen Rahmenplans planrechtlich geschützt.

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