Strom statt Sprit – diesen Weg will auch die Diakonie in Sillenbuch gehen. Foto: ddp

Die Lokale Agenda will der Diakonie weiterhin helfen, ein strombetriebenes Fahrzeug anzuschaffen.

Sillenbuch - Ganz ohne teuren, umweltfeindlichen Sprit, stattdessen mit Strom aus der Steckdose – so soll das neue Fahrzeug der Diakoniestation in Sillenbuch funktionieren. Die Lokale Agenda will die Diakonie beim Kauf dieses Elektromobils unterstützen. Dafür allerdings braucht es jetzt einen weiteren Anlauf.

Schon im März hatte sich die Lokale Agenda ein in Indien produziertes Modell ausgeguckt, das fortan die Flotte der konventionell betriebenen Autos der Sillenbucher Diakoniestation verstärken sollte. Das Vorhaben aber scheiterte, weil der Händler, der das Elektromobil hätte beschaffen und warten sollen, kurzfristig wegzog. „Alleine konnten wir den Kontakt zu dem indischen Produzenten nicht herstellen“, sagt Eckhard Philipsen, der Sprecher der Lokalen Agenda in Sillenbuch.

Gute Option für kurze Strecken

Mittlerweile haben die Ehrenamtler einen neuen Händler für Elektromobile in Reutlingen gefunden. Der hat vor zwei Wochen einen chinesischen Stromflitzer nach Sillenbuch verfrachtet. „Wir haben eine Probefahrt gemacht und sind etwa 55 Kilometer damit gefahren“, berichtet Philipsen. Das Auto habe sich gut fahren lassen, nur an der steilen Tuttlinger Straße sei der Kleinwagen an seine Leistungsgrenzen gekommen. „Da ist das Auto mehr hochgekrochen als hochgefahren“, sagt Philipsen. Dennoch sieht der Agenda-Sprecher das Fahrzeug als gute Option für die kurzen Strecken, die die Diakonie-Mitarbeiterinnen in Sillenbuch täglich zurücklegen.

Auch Armin Picht von der Geschäftsführung der Diakonie Stuttgart, zu der die Sillenbucher Station gehört, lobt die einfache und problemlose Bedienung des chinesischen Modells. Dennoch habe sich die Diakonie noch nicht auf den Kauf von genau diesem Typ festgelegt. „Wir brauchen erst mal Erfahrungswerte“, sagt Picht. Es gibt noch keine Informationen darüber, wie lange etwa die Akkus des China-Imports halten oder welche Wartungsarbeiten einzuplanen sind. „Wir müssen schließlich genauso vergleichen, wie wenn wir ein konventionelles Fahrzeug anschaffen. Nur ist das bei den Elektroanbietern viel schwieriger“, erläutert Picht.

Wichtig ist dem Diakonie-Geschäftsführer vor allem, dass das neue Elektroauto zuverlässig ist. „Das Auto darf nicht unterwegs liegen bleiben, das muss auf jeden Fall gewährleistet sein“, sagt er.

Elektro-Auto hat sich bewährt

An anderen Stellen hat die Diakonie durchaus schon sehr gute Erfahrungen mit E-Autos gemacht. In der Stadtmitte etwa ist seit einiger Zeit ein Elektro-Smart im Dienste der Pflegeprofis im Einsatz, zudem sind die Diakonie-Mitarbeiter mit einem Elektroroller unterwegs. „Beides funktioniert sehr gut“, sagt Picht.

In den kommenden Wochen will die Diakonie entscheiden, von welchem Anbieter nun künftig das Stromauto in Sillenbuch sein soll. Wer auch immer den Zuschlag bekommt, eins bleibt gleich: Der Zuschuss der Lokalen Agenda. Der sei fix, sagt Armin Picht – er liege bei 1200 Euro pro Jahr über einen Zeitraum von vier Jahren, also bei insgesamt 4800 Euro.

Nur ein Wunsch der Lokalen Agenda wird sich vorläufig nicht erfüllen: Der Strom für das neue Elektroauto wird nicht aus einer eigens errichteten, solarbetriebenen Zapfsäule stammen. Mithin wird das Auto auch nicht ausschließlich Ökostrom tanken. „Wir müssen in Sachen Elektromobilität einen Schritt nach dem anderen machen“, sagt Picht. Eine Öko-Zapfsäule sei im Moment einfach nicht darstellbar.

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