Der Einsatz von Mats Hummels gegen Ghana wird immer unwahrscheinlicher. Eine Option für Joachim Löw wäre Shkodran Mustafi (links, mit Lukas Podolski). Foto: dpa

Bereits im zweiten WM-Spiel ist Joachim Löw wohl gezwungen, seine Erfolgself aus dem Portugal-Spiel zu ändern. Shodran Mustafi dürfte bei einem Ausfall von Mats Hummels gegen Ghana ins Team rücken. Derweil gehen Spaniens Fans mit dem entthronten Weltmeister hart ins Gericht.

Bereits im zweiten WM-Spiel ist Joachim Löw wohl gezwungen, seine Erfolgself aus dem Portugal-Spiel zu ändern. Shodran Mustafi dürfte bei einem Ausfall von Mats Hummels gegen Ghana ins Team rücken. Derweil gehen Spaniens Fans mit dem entthronten Weltmeister hart ins Gericht.

Berlin - Der Einsatz von Mats Hummels im zweiten WM-Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag in Fortaleza gegen Ghana wird immer unwahrscheinlicher. Wegen seiner im Portugal-Spiel erlittenen Oberschenkelprellung konnte der Dortmunder Innenverteidiger auch am Donnerstag nicht am Mannschaftstraining teilnehmen und nur eine Einheit auf dem Fahrrad absolvieren. Eine verlässliche Prognose über seinen Einsatz ist nach DFB-Angaben nicht möglich. 

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Damit dürfte Löw schon in der zweiten Partie zu einer Personalrochade gezwungen sein. Jérome Boateng, der gegen die Afrikaner mit einer Schiene am verletzten Daumen auflaufen kann, würde ins Abwehrzentrum rücken. Shkodran Mustafi wäre die erste Option für die Position auf der rechten Abwehrseite. Löw dürfte kaum ein Risiko eingehen wollen, auch mit Blick auf die bei einem weiteren Sieg womöglich schon erreichte K.o.-Phase. „Wir haben einen langen, langen Weg“, sagte Assistent Hansi Flick und sprach von „hoffentlich noch sechs Spielen“ - das heißt: Finale!

In Fortaleza erwarten die Deutschen am Samstag noch extremere Bedingungen als zum Auftakt in Salvador. „Gegen Portugal waren wir lange Zeit ein Mann mehr, das Spiel war relativ früh entschieden. Bei einem engen Spiel Elf gegen Elf werden wir die Hitze noch mehr merken“, sagte Toni Kroos vor dem Duell gegen Ghana, das vom italienischen Schiedsrichter Sandro Ricci geleitet wird.

Spanien sieht sich Spott und Häme ausgesetzt

Während sich das deutsche Team akribisch auf die zweite WM-Partie vorbereitet, sieht sich der entthronte Weltmeister Spott und Häme ausgesetzt. Spaniens Presse rechnete schonungslos mit der Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque ab, der nach dem schmerzlichen Vorrunden-Aus durch das 0:2 gegen Chile Konsequenzen andeutete. Abwehrchef Sergio Ramos sprach sich aber bereits für einen Verbleib des 63-Jährigen im Amt aus: „Es muss ihm auch erlaubt sein, Fehler zu machen.“ Doch eine Zäsur bei den in die Jahre gekommenen Seriensiegern vergangener Zeiten ist wohl unausweichlich.

Unterdessen feierten Chiles Fans den historischen Triumph in Santiago mit einer rauschenden Party. Der Verkehr auf den Zufahrtstraßen brach zusammen, U-Bahn-Stationen mussten wegen des Andrangs geschlossen werden. Am späten Abend kam es zu Zwischenfällen, bei denen nach Angaben des Transportministers Andrés Gómez-Lobos bis zu 300 Busse beschädigt wurden. „Das war ein Eigentor“, erklärte der Minister.

Ein geradezu beschämendes Verhalten offenbarten Kameruns Spieler beim 0:4 gegen Kroatien, das ihren Vorrunden-K.o. besiegelte. „Das ist eine Schande. Ich hasse, so etwas zu sehen“, schimpfte der deutsche Trainer Volker Finke, nachdem Benoit Assou-Ekotto und Benjamin Moukandjo zum Ende der Partie in Manaus gegeneinander handgreiflich geworden waren. „Das ist nicht akzeptabel, das ist nicht das Bild von Kamerun, das wir zeigen wollen“, bemerkte Finke.

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