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VfB-Profi zieht sich im Testspiel eine Kapselverletzung im Sprunggelenk zu.

Eppan - Ja, hört denn dieses Verletzungspech in der deutschen Fußball-Nationalelf gar nicht mehr auf! Nach Torhüter Rene Adler und Kapitän Michael Ballack droht jetzt auch Christian Träsch vom VfB Stuttgart für die WM in Südafrika auszufallen.

Es war ein ganz harmloses Testspielchen, und es sollte ein bisschen Abwechslung vom schnöden Trainingsalltag bringen. Doch für Christian Träsch endete die Partie gegen den italienischen Drittligaaufsteiger FC Südtirol (4:0) in einem Wechselbad der Gefühle. Um 22.37 Uhr vermeldete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montagabend das WM-Aus für den Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart. Ein wenig voreilig, wie sich schnell herausstellte. Eine halbe Stunde später folgte das (vorläufige) Kommando zurück: Bundestrainer Joachim Löw will „frühestens am Dienstag über den weiteren Behandlungsverlauf bei Christian Träsch entscheiden“. Erst dann wird der 22-Jährige auch wissen, ob er weiter auf sein Ticket für Südafrika hoffen darf oder ob der Traum von seiner ersten WM-Teilnahme für ihn bereits beendet ist.

Als die Spieler beider Mannschaften nach dem Trainingsspiel am Montagabend in Eppan zum Gruppenfoto zusammenstanden, war Christian Träsch schon längst nicht mehr von der Partie, sondern bereits zur Kernspintomografie im zehn Kilometer entfernten Krankenhaus von Bozen gefahren worden. In der achten Spielminute war die Begegnung für ihn beendet gewesen. Er musste ausgewechselt werden.

Bei einer Rettungsaktion ohne gegnerische Einwirkung war Träsch in den Umgrenzungszaun gerutscht und dabei umgeknickt. Der VfB-Profi verließ gestützt auf Assistenzcoach Hansi Flick und Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt mit schmerzverzerrtem Gesicht das Spielfeld im Sportzentrum Rungg im Eppaner Vorort Girlan. Die Diagnose, die sich aus der Kernspintomografie ergab, lautete: Kapselverletzung im rechten oberen Sprunggelenk. Bundestrainer Joachim Löw mochte die drohende Hiobsbotschaft nicht akzeptieren: „Das war eine blöde Situation, aber es sieht so aus, dass nur etwas an der Kapsel ist und nichts gerissen ist“, sagte er nach einer ersten Einschätzung der DFB-Mediziner.

Nach der Kernspintomografie erklärte der DFB allerdings dann das WM-Aus für Christian Träsch: „Er muss 14 Tage Trainingspause einlegen und fällt damit für die WM aus.“ Wenig später relativierte der Verband seine Einschätzung wieder: Zumindest besteht wieder ein Fünkchen Hoffnung, dass Träsch doch noch bei der WM dabei sein kann.

Bundestrainer Joachim Löw will offenbar nichts unversucht lassen, um sein personell ohnehin ausgedünntes Mittelfeld nicht weiter dezimieren zu müssen. Der WM-Ausfall von Kapitän Michael Ballack trifft die DFB-Auswahl schon schwer.

Den gesamten Artikel lesen Sie in unserer Printausgabe vom 25. Mai.

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