Auch die deutsche Autoindustrie spürt eine sinkende nachfrage aus dem Ausland. Foto: dpa

Deutschlands Wirtschaft ist im zweiten Quartal geschrumpft. Noch ist der Rückgang minimal, doch eine Besserung ist nicht in Sicht – im Gegenteil. Das ist aber kein Grund zur Panik, wenn die Unternehmen den technologischen Wandel als Chance begreifen, meint Klaus-Dieter Oehler.

Frankfurt - Jetzt ist es amtlich. Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im zweiten Quartal geschrumpft. Besserung ist nicht in Sicht, sodass man wohl davon ausgehen muss, dass auch die Monate Juli bis September kein positives Vorzeichen bringen – Deutschland befindet sich dann nach der gängigen Definition in einer Rezession.

Dennoch besteht kein Grund zur Panik. Zum einen sind die Rückgänge für die Wirtschaft insgesamt noch moderat. Zum anderen ist die Struktur der deutschen Wirtschaft nach wie vor intakt. Der lange Aufschwung der vergangenen Jahre hat dafür gesorgt, dass vor allem der Arbeitsmarkt gesund ist und auch die Reallöhne für die Beschäftigten wieder gestiegen sind. Ein großer Schwachpunkt ist allerdings die bisherige Stärke: Die Exportlastigkeit der wichtigsten Branchen. Wenn der Maschinenbau, die Chemieindustrie und auch die Autobauer deutliche Einbrüche verzeichnen, die Aufträge stark zurückgehen, dann ist das ein Alarmzeichen. Die Gründe dafür sind zum geringsten Teil in Deutschland zu suchen – es sind in allererster Linie die Handelskonflikte, die von den USA angezettelt wurden, es ist der Brexit und die diversen Probleme in Europa, die es den deutschen Exporteuren schwer machen, ihre Produkte wie gewohnt abzusetzen.

Es kommt daher jetzt darauf an, die technologischen Wenden zur Chance zu machen, nicht nur als Risiko zu empfinden. Deutschland hat die Energiewende früh auf den Weg gebracht, hier müssen Produkte entwickelt werden, die weltweit führend sein können. Gleiches gilt für die Automobilindustrie, die sich lange auf dem Erreichten ausgeruht hat, jetzt aber an Tempo zulegen muss. Die Politik kann dabei unterstützen: sie muss verhindern, dass der freie Welthandel noch mehr in Gefahr gerät.

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