Groß im Rennen: Die Bundeswehr will 33 ihrer Eurofighter ersetzen – und zieht dieses Modell von Airbus als Nachfolger für ihre atomwaffenfähigen Tornado-Jagdbomber nun noch intensiver in Betracht. Foto: dpa

Prüfauftrag statt Entscheidung: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen lässt untersuchen, inwieweit sich das US-Modell F-18 oder der Eurofighter von Airbus dazu eignen, Deutschlands nukleare Teilhabe in der Nato zu sichern. Die lange favorisierte F-35 ist damit aus dem Rennen.

Berlin - Die Bundesregierung hat sich für einen weiteren langen Anlauf zur Entscheidung entschieden, ob und mit welchem Flugzeug sie Deutschlands nukleare Teilhabe in der Nato nach 2025 sichern will. Bis dahin sind die rund 80 Tornado-Kampfjets der Bundeswehr aufgebraucht. Der Tornado ist ihr einziges atomwaffenfähiges Flugzeug.

Festlegung vermieden

Nach Informationen unserer Zeitung hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auch am Mittwochabend die bereits für Ende des vergangenen Jahres angekündigte Festlegung vermieden, welche Lösung sie dem Bundestag für die Tornado-Nachfolge empfehlen will. Vielmehr beauftragte sie die Planer des Ministeriums zu prüfen, inwieweit sich das Airbus-Modell Eurofighter in einer Jagdbomber-Version oder die F-18 des US-Herstellers Boeing für die nukleare Teilhabe, also als Träger amerikanischer Atomwaffen, eignen.

Damit ist die wesentlich modernere F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin aus dem Rennen. Also genau das Modell, für das sich alle anderen Garanten der nuklearen Teilhabe in der Nato entschieden haben. Aus dem eigenen Haus war der Ministerin nach Informationen unserer Zeitung eine Doppellösung empfohlen worden: Rund 40 F-35 für die nukleare Rolle, rund 60 Eurofighter als konventionelle Kampfflugzeuge. Diese Variante hatte in Teilen der Luftwaffe und der Regierungsfraktionen starke Fürsprecher.

Zurück im Spiel

Zuletzt hatte sich Wolfgang Hellmich (SPD), der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses in unserer Zeitung klar gegen die F-35 ausgesprochen und die F-18 wieder ins Spiel gebracht, die noch im Dezember als chancenlos gegolten hatte. Weder die neueste Version dieser US-Maschine noch der Eurofighter ist für das Tragen von US-Atomwaffen zertifiziert. Dies nachzuholen dauert für den Eurofighter nach Experten-Einschätzung rund acht Jahre, für die F-18 weniger.

33 neue Eurofighter

Die Bundeswehr will ihre 33 ältesten Eurofighter-Jagdflugzeuge für die Luftraumsicherung durch Maschinen der neuesten Version ersetzen. Zumindest diese Entscheidung fiel am Mittwoch.

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