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Auch Stuttgart weist steigende Zahl an Geburten auf - Familienministerium zurückhaltend.

Stuttgart - Seit dem Rekordjahr 1964 sind in Deutschland immer weniger Babys auf die Welt gekommen. Nun gibt es erstmals einen unerwartet kräftigen Anstieg der Geburten. Doch von einer Trendwende will noch niemand sprechen.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind zwischen Januar und September dieses Jahres etwa 510000 Kinder zur Welt gekommen - rund 18000 (3,6 Prozent) mehr als in den ersten neun Monaten 2009. Bis die Zahlen aus dem letzten Quartal ausgewertet sind, dauert es noch: Die Statistikbehörde wird erst im August 2011 die endgültigen Daten vorlegen.

Das für 2010 ermittelte Plus ist umso erstaunlicher, als die Zahl der potenziellen Mütter sinkt. Jedes Jahr gehören laut der "Süddeutschen Zeitung" etwa 300000 Frauen weniger zur Gruppe der 15- bis 45-Jährigen, die aufgrund ihres Alters Kinder bekommen können. In den vergangenen Jahren hat die Geburtenrate stets zwischen 1,36 und 1,38 Kindern pro Frau gelegen.

Experten warnen allerdings davor, aus den Zahlen eine demografische Trendwende herauszulesen. "Ich würde nicht von einem Umkehrtrend zu einer höheren Geburtenrate sprechen", sagte Iris Hoßmann, Demografie-Expertin vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. 10000 Geburten mehr oder weniger seien ganz normale Schwankungen. "Daraus Schlussfolgerungen zu ziehen und einen Trend herauszulesen, halte ich für verfrüht." In der Familienpolitik der Bundesregierung sieht Hoßmann den richtigen Weg, um den Kinderwunsch von Frauen politisch zu unterstützen. "Es wäre zu wünschen, dass das Elterngeld zu mehr Geburten führt."

Auch in Baden-Württemberg steigt die Zahl der Geburten. Nach vorläufigen Erhebungen des Statistischen Landesamtes wurden von Januar bis August 2010 insgesamt 57802 Kinder lebend geboren (Vergleichszeitraum 2009: 57167).

Das Klinikum Stuttgart verzeichnete von Januar bis zum 29. Dezember 2704 Geburten - 2672 waren es im gesamten Jahr 2009.

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