Deutscher Tierschutzbund Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk

Von red/AFP 

Der Deutsche Tierschutzbund rät davon ab, Tiere als Weihnachtsgeschenk zu wählen. Oft würden diese Tiere nach den Festtagen in Tierheimen abgegeben oder sogar ausgesetzt, da die neuen Besitzer mit dem Tier überfordert sind oder das Interesse verlieren.

Stuttgart - Ein Hamster, ein Kätzchen oder sogar ein Hund: Auf den Weihnachtswunschzetteln vieler Kinder steht ein Haustier zum Kuscheln und Herumtollen ganz oben. Eltern fällt es oft schwer, die Erwartungen zu enttäuschen, und sie geben nach. Doch die Gefahr ist groß, dass Kinder schon nach wenigen Wochen das Interesse an den neuen Gefährten verlieren oder den neuen Besitzern die Aufgabe über den Kopf wächst. Tierschützer sagen deshalb ganz klar: Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk. Fragen und Antworten:

Ist ein Tier als Weihnachtsgeschenk überhaupt sinnvoll?

Experten raten von solchen spontanen Überraschungsgeschenken ab. „Wenn man merkt, dass Tier und neuer Besitzer doch nicht so gut harmonieren, dass das Tier mehr Geld kostet oder mehr Arbeit macht, als gedacht, kann man es nicht einfach wieder umtauschen wie einen Pullover oder ein Spielzeug“, warnt Andrea Furler-Mihali vom Deutschen Tierschutzbund. Die erste große Begeisterung verfliege oft schnell, und die Tiere landeten häufig im Tierheim - wegen spontaner Urlaubspläne oder unerwarteter Kosten und Anforderungen. „Alle Jahre wieder werden nach Weihnachten unzählige Tiere in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen abgegeben“, kritisiert auch die Tierschutzorganisation Peta. Im schlimmsten Fall werden sie ausgesetzt.

Was sagen Tierschützer?

Ein Tier sollte nicht spontan angeschafft werden, sondern erst wenn sich alle Familienmitglieder darüber informiert haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Vor allem sollte vorher geklärt werden, wer sich um das Tier kümmert. Denn ein Haustier ist nicht nur kurzzeitig Gast, sondern bleibt viele Jahre. Oft merken zum Beispiel Eltern erst zu spät, dass ein Großteil der Versorgung - das Füttern, Säubern des Geheges oder das Gassigehen - an ihnen hängen bleibt.

Was sollte noch bedacht werden?

Neben der Nahrung verursachen auch die regelmäßigen Tierarztbesuche für Impfungen und Routinekontrollen Kosten. Es sollte auch bedacht werden, dass der tierische Mitbewohner ernsthaft erkranken kann und dann behandelt werden muss. Auch kann aus dem niedlichen Kätzchen später eine Kratzekatze werde, die Möbel beschädigt - oder das Kaninchen riecht eben streng.

Wohin mit dem Tier in der Urlaubs- und Ferienzeit?

Bevor ein Haustier in die Familie einzieht, sollte auch geklärt werden, wer es in der Urlaubs- und Ferienzeit pflegt. Das können die Großeltern oder Freunde sein, aber auch Tierpensionen oder Nachbarn. Wichtig ist, dass den Tieren ihre gewohnten Schlafbehälter und Spielzeuge mit gegeben werden.

Ist ein Tier aus dem Tierheim eine Alternative?

Laut Tierschutzbund lohnt sich immer ein erster Gang ins Tierheim. Für die Auswahl eines passenden neuen Mitbewohners sollte aber viel Zeit mitgebracht werden. Hilfreich ist die Erfahrung der Tierpfleger, die ihre Schützlinge genau kennen. Jedes Jahr werden Peta zufolge rund 300.000 Tiere in den Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt, viele von ihnen waren sogenannte Impulskäufe. In Deutschland warten bis zu 25 Prozent der Tiere in den Heimen zwölf Monate oder länger auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Aber auch hier gilt: Möglichst kein Tier in der Weihnachtszeit aufnehmen, denn Trubel und Hektik erschweren dem Neuzugang die Eingewöhnung im neuen Zuhause.

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