Er hatte ein unbekanntes Land auf die Karte des Frauenhandballs gebracht – die Niederlande. Als Bundestrainer konnte Henk Groener nicht an diese Erfolge anknüpfen und lehnte eine Vertragsverlängerung ab. Kehren nun zwei Ex-Führungsspielerinnen zurück?
Er war als großer Hoffnungsträger zum Deutschen Handballbund (DHB) gekommen. Henk Groener hatte ein unbekanntes Land auf die Karte des Frauenhandballs gebracht – die Niederlande. Zweiter bei der WM 2015, Vierter bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio – das konnte sich sehen lassen. Mit der deutschen Nationalmannschaft blieben die Erfolge aus. Bei zwei Europa- und zwei Weltmeisterschaften seit 2018 wurde das Halbfinale jeweils verpasst. Was nichts daran änderte, dass der DHB mit dem 61-Jährigen weiter machen wollte: „Unser Wille war es, die seit mehr als vier Jahren laufende Zusammenarbeit mit Henk Groener fortzuführen“, erklärte Präsident Andreas Michelmann. Doch es kam zu keiner Einigung.
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Verschiedene Ansichten über die Vertragslaufzeit sollen eine Rolle gespielt haben, Ex-Bundestrainer Dago Leukefeld könnte sich auch vorstellen, dass bei Groener eine gewisse Ernüchterung eingekehrt ist: „Sein Anspruch ist es, internationale Titel zu gewinnen, vielleicht sah er mit dem DHB-Team dazu nur geringe Chancen.“ Im Sinne der Kontinuität hätte der erfahrene Niederländer dem deutschen Team weiter gut getan, meint Leukefeld. Zumal sich die Zusammenarbeit mit der Liga ehrlich und konstruktiv gestaltete.
Kehren Naidzinavicius und Behnke zurück?
„Der Bundestrainer kann nur das zusammenbasteln, was er zur Verfügung hat“, meint der 58-Jährige. Zwei Alternativen könnten sich nach dem Abgang Groeners wieder auftun: Rückraumspielerin Kim Naidzinavicius und Kreisläuferin Julia Behnke waren wegen Meinungsverschiedenheiten mit Groener zurückgetreten.
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Sie dürften abwarten, wen der DHB als Nachfolger aus dem Hut zaubert. Die Zeit drängt, am 20. April steht der Abschluss der EM-Qualifikation in Griechenland auf dem Programm. Vielleicht springt auch Dortmunds Trainer Andre Fuhr – gleichzeitig Coach der DHB-Juniorinnen – vorübergehend ein. Leukefeld: „Es muss jemand sein, der vorweisen kann, dass er junge Spielerinnen führen und lenken kann.“