Als Spieler war Ottmar Hitzfeld drei Jahre lang für den VfB Stuttgart aktiv. Die Champions League gewann er als Trainer von Borussia Dortmund und des FC Bayern. Foto: Baumann

Kürzlich wurden einige Ex-Stars feierlich in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen. Nun sind drei weitere Mitglieder neu gewählt worden. Einer hat eine VfB-Vergangenheit.

Es waren emotionale Momente, die Guido Buchwald kürzlich durchlebt hat. In Dortmund wurden Anfang Oktober einige bereits gewählte Mitglieder der Hall of Fame des deutschen Fußballs im Rahmen einer Gala in die Ruhmeshalle aufgenommen. Jürgen Klinsmann hielt die Laudatio, Hansi Müller übergab die Trophäe, der Weltmeister von 1990 war dann zu Tränen gerührt, als er auf der Bühne stand. Nach Matthias Sammer, Jürgen Klinsmann und Philipp Lahm ist Buchwald seitdem der Vierte in der Riege der Ausgezeichneten, der eine Vergangenheit beim VfB Stuttgart hat. Nun kommt ein weiterer hinzu.

 

Ottmar Hitzfeld, 1949 in Lörrach geboren, kam 1975 vom FC Basel zum VfB Stuttgart. Der Stürmer blieb drei Jahre, ehe er zum FC Lugano wechselte. Aber: In diesen drei Jahren hat Hitzfeld Spuren hinterlassen.

Er gehörte in der Saison 1976/1977 zum 100-Tore-Sturm. Gemeinsam mit Hermann Ohlicher und Hansi Müller schoss der heute 76-Jährige den VfB zurück in die erste Liga. Im Mai 1977 stellte er zudem einen Zweitligarekord auf, der noch heute Bestand hat. Beim 8:0 gegen den SSV Jahn Regensburg erzielte Hitzfeld sechs Treffer.

Das sind schöne Meilensteine. Aber: In die Hall of Fame wird der Lörracher nun nicht wegen seiner Verdienste als aktiver Fußballer aufgenommen. Die Jury, zu der auch ein Vertreter unserer Redaktion gehört, wählte ihn in dieser Woche wegen seiner erfolgreichen Arbeit als Trainer in die Ruhmeshalle, die im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ihre Heimat hat.

Guido Buchwald und Hansi Müller (re.) bei der Gala Anfang Oktober 2025. Foto: imago/Sven Simon

„Ottmar Hitzfeld hat sowohl bei Borussia Dortmund als auch bei Bayern München mit seinen Erfolgen und mit seiner Art des Coachings nachhaltige Spuren hinterlassen“, sagt Manuel Neukirchner, der Direktor des Museums. Mit den beiden Vereinen hat Hitzfeld die Champions League gewonnen – 1997 mit dem BVB, 2001 mit den Bayern. Mit zwei deutschen Vereinen die Königsklasse zu gewinnen ist bislang nur ihm gelungen, mit beiden Clubs siegte er auch im Finale um den Weltpokal. Sieben deutsche Meistertitel und drei Pokalsiege hat er zudem geholt.

„Vielen Dank an die Jury und das Deutsche Fußballmuseum für diese besondere Ehre. In die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen zu werden, erfüllt mich mit Stolz und großer Dankbarkeit“, sagt der frühere Star-Coach, „ich durfte mit außergewöhnlichen Spielern, Vereinen und Mitarbeitern arbeiten – diese Auszeichnung gehört auch ihnen.“

Ebenfalls neu in die Hall of Fame wurde Bernard Dietz gewählt. Der frühere Profi beim MSV Duisburg und beim FC Schalke 04 war Kapitän der deutschen Mannschaft, die 1980 Europameister wurde – übrigens mit den VfB-Spielern Hansi Müller, Karlheinz und Bernd Förster. „Meine schönste Erinnerung an meine aktive Zeit ist die Europameisterschaft 1980: Da war ich Kapitän der Nationalmannschaft – das war ein kleines Wunder“, sagt Dietz.

Neu in die Ruhmeshalle der Frauen wird Pia Wunderlich aufgenommen. Die feierliche Gala folgt zu einem späteren Zeitpunkt – und wird sicher wieder emotional.

Hall of Fame des deutschen Fußballs

Männer
Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Andreas Brehme, Günter Netzer, Lothar Matthäus, Fritz Walter, Matthias Sammer, Uwe Seeler, Gerd Müller, Helmut Rahn, Sepp Herberger, Oliver Kahn, Hans-Jürgen Dörner, Wolfgang Overath, Jürgen Klinsmann, Helmut Schön, Berti Vogts, Michael Ballack, Andreas Möller, Klaus Fischer, Rudi Völler, Jürgen Kohler, Horst Eckel, Joachim Streich, Miroslav Klose, Udo Lattek, Philipp Lahm, Bernd Schuster, Karl-Heinz Rummenigge, Bert Trautmann, Guido Buchwald, Bastian Schweinsteiger, Horst Hrubesch, Bernard Dietz, Jupp Heynckes, Otto Rehhagel, Ottmar Hitzfeld.

Frauen
Silke Rottenberg, Steffi Jones, Doris Fitschen, Nia Künzer; Renate Lingor, Silvia Neid, Martina Voss-Tecklenburg, Bettina Wiegmann, Inka Grings, Birgit Prinz, Heidi Mohr, Tina Theune, Nadine Angerer, Ariane Hingst, Anne Trabant-Haarbach, Christa Kleinhans, Bärbel Wohlleben.