Die Deutsche Weinwelt, das in Brackenheim geplante Museum, könnte ein großer Wurf für den Tourismus im Land werden, meint unser Redakteur Holger Gayer.
Die Geschichte ist voller Beispiele von wunderbaren Visionen, die sich schließlich als Luftschlösser entpuppt haben. Selbst wenn das Richtfest längst gefeiert wurde, kann ein Projekt noch scheitern: Die inzwischen wieder abgerissene Marienwahl in Ludwigsburg ist dafür ein markantes Exempel – dort hätte, neben der historischen Villa in der Nähe des Residenzschlosses, erst ein Luxushotel, dann ein Alten- und Pflegeheim entstehen sollen. Inzwischen ist dort wieder grüne Wiese, was zumindest in Sachen Ökologie eine gute Nachricht ist. Und was aus dem leer stehenden Schwabenlandtower in Fellbach wird, steht auch noch in den Sternen.
Insofern sollte man noch keine allzu lauten Jubelgesänge auf die Deutsche Weinwelt in Brackenheim anstimmen. Denn auch dieses Projekt hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Doch nun, dank der Kooperation mit der Cité du vin in Bordeaux und dem Einstieg des Machers Wolfgang Scheidtweiler, nimmt dieser Leuchtturm des Tourismus wirklich Gestalt an.
Die Deutsche Weinwelt soll Wiederholungstäter anlocken
Sowohl der Plan als auch der konkrete Bau kommen zur rechten Zeit: Baden-Württemberg wird für einheimische und ausländische Gäste immer attraktiver. Die steigende Zahl der Übernachtungen zeigt diesen Boom deutlich auf. Um diesen Trend zu verstetigen, braucht es immer wieder neue Attraktionen, die die Gäste, die im Vorjahr zum ersten Mal hier waren, noch nicht kennen. So kann das Land auch zur Destination für Stammkunden werden. Daher ist den Machern der Deutschen Weinwelt in Brackenheim zu wünschen, dass ihre Vision im Jahr 2025 wirklich Realität wird.