Bundestrainer Joachim Löw muss mit einigen Widrigkeiten umgehen. Foto: dpa/Federico Gambarini

Das Coronavirus hat vor dem Start in die WM-Qualifikation die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erreicht. Unser Sportredakteur findet es in der aktuellen Situation grenzwertig, dass trotzdem weitergespielt wird.

Duisburg - Es ist ein gewohntes Bild: Die Corona-Zahlen schnellen in die Höhe, die Sorge in der Bevölkerung wächst, das Unbehagen gegenüber der Politik wird größer. Es herrscht auf vielen Ebenen Stillstand – aber der Ball, der rollt. Komme, was wolle. Auch ein positiver Coronatest innerhalb eines Teams. Jetzt also hat es die DFB-Elf getroffen, den Gladbacher Jonas Hofmann hat es erwischt. Spötter behaupteten hinterher, dass das seit Langem mal wieder eine positive Nachricht rund um den Tross der Nationalmannschaft war. Aber lustig ist das Ganze am Donnerstag nicht gewesen.

 

Denn nicht nur im Alltag, in der Bundesliga, ist es zumindest grenzwertig, dass trotz austarierter Hygienekonzepte alles so weiterlaufen darf wie bisher und die Spiele in der Regel stattfinden, während andere Bereiche stillstehen. Wenn Länderspiele steigen, bekommt die Sonderrolle des Fußballs in diesen Zeiten nun nochmal eine andere Dimension. Schon im vergangenen Herbst gab es etliche positive Coronafälle – und damit Rückkehrer, die nach ihren Reisen, teilweise um die halbe Welt, das Virus in ihre Clubs brachten.

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Der Gipfel war der deutsche Gegner Ukraine, der im November in Leipzig aufgrund der Vielzahl an positiven Tests im Team fast den Busfahrer ins Tor hätte stellen müssen. Gespielt wurde trotzdem, da die Ukrainer die Mindestanzahl von 13 einsatzfähigen Spielern aufs Feld schicken konnten. Die DFB-Elf hat nun im Vergleich dazu nur einen Profi, der positiv getestet wurde. Aber macht es das besser? Mitnichten. Denn jede weitere Sonderbehandlung nach einem positiven Fall wirft ein negatives Licht auf den Profifußball.