Die schwarz-rote Klimabilanz überzeugt nicht. Die kommende Bundesregierung wird mehr tun müssen, meint Thorsten Knuf.
Berlin - Bis zur Bundestagswahl sind es noch sechs Monate. Schon jetzt ist absehbar, dass das Thema Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen wird. Die scheidende schwarz-rote Koalition hat hier in den vergangenen Jahren einiges beschlossen und bewegt. Trotzdem geht sie beim Thema Klima aus einer Position der Schwäche in die Auseinandersetzung: Das, was angeschoben wurde, kam oft zu spät und war überdies nur halbherzig. Beispiele sind der Kohleausstieg und der Ökostrom-Ausbau.
Mit Ach und Krach hat Deutschland das Ziel bis 2020 erreicht
Am Dienstag hat das Umweltbundesamt die jüngste Klimabilanz präsentiert. Mit Ach und Krach hat Deutschland das Ziel erreicht, bis 2020 den Treibhausgasausstoß um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. Das gelang aber nur, weil die Coronapandemie die Wirtschaft einbrechen ließ.
Die kommende Regierung wird sich beim Klimaschutz deutlich stärker reinhängen müssen. Die Verpflichtungen, welche die Bundesrepublik international eingegangen ist, sind eindeutig. Es geht auch um die Zukunft der heimischen Industrie und Arbeitsplätze: Die ökologische Transformation findet längst statt, und zwar weltweit. Die Frage ist nur, ob Deutschland vorne mit dabei sein oder unter die Räder geraten wird.