Der Dax bleibt weiter unter Druck. Foto: dpa

Das Klima an der Börse bleibt weiter rauh: Der Dax ist am Montag mit einem neuen Tiefststand gestartet.

Frankfurt/Main - Die wachsende Eurostärke hat dem Dax am Montag zugesetzt. Nach einem weitgehend freundlichen Verlauf drehte der deutsche Leitindex am Nachmittag in die Verlustzone und rutschte auf den tiefsten Stand seit Februar 2017.

Mit einem Abschlag von 0,83 Prozent auf 11 787,26 Punkte ging das deutsche Börsenbarometer aus dem Tag, nachdem er bereits in der vergangenen Woche etwas mehr als 4 Prozent eingebüßt hatte. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor zum Wochenauftakt 0,27 Prozent auf 25 134,71 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,68 Prozent auf 2512,41 Punkte ein.

Europaweit sah es kaum besser aus. Der EuroStoxx 50 verlor 0,59 Prozent auf 3278,72 Punkte und auch der Pariser Leitindex Cac 40 und der britische FTSE 100 gaben nach. In den USA legte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss zugleich um 1,3 Prozent zu.

Der Eurokurs stieg am Abend auf 1,2444 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf auf 1,2411 (Freitag: 1,2346) Dollar festgesetzt, womit der Dollar 0,8057 (0,8100) Euro kostete. Eine starke Gemeinschaftswährung kann es deutschen Unternehmen schwerer machen, ihre Waren außerhalb des Euroraums abzusetzen.

Autowerte zählen zu den wenigen Gewinnern

„Der schwache US-Dollar treibt das britische Pfund und auch den Euro hoch und hält so die Optimisten am Aktienmarkt in Schach“, sagte Analyst Michael van Dulken von Accendo Markets und sprach vom fehlenden Vertrauen in eine Trendwende.

Besonders schwach im Dax zeigten sich die Aktien des Medizintechnikunternehmens Fresenius, die um weitere 2,3 Prozent nachgaben und auf dem tiefsten Stand seit rund zwei Jahren schlossen. Am Markt wurden dafür charttechnische Gründe genannt.

Zu den wenigen Gewinnern zählten trotz des starken Euro Autowerte: BMW stiegen als Dax-Favorit um 1,2 Prozent und VW um 0,7 Prozent. Daimler verloren unterdurchschnittliche 0,4 Prozent. Sie setzten zur Erholung an, nachdem sie aus Sorge vor US-Strafzöllen in jüngster Zeit spürbar verloren hatten. Doch die Europäische Union (EU) ist zunächst bis Anfang Mai von den US-Strafzöllen auf Aluminium und Stahl ausgenommen, und US-Präsident Donald Trump ließ auf seine Androhung von Zöllen auf europäische Autos bislang keine Taten folgen.

Kurs für Südzucker-Aktien sinkt

Im TecDax sprangen die Anteile von Evotec um 4,6 Prozent nach oben. Das Biotech-Unternehmen will mit dem Einsatz einer Lösung namens Indigo die klinische Reife von Wirkstoffkandidaten beschleunigen. Rib Software hingegen weiteten ihre kräftigen Verluste von rund 23 Prozent auf Freitag weiter aus und büßten nun weitere 13,2 Prozent ein. Vor dem Wochenende hatte der Bausoftware-Hersteller mit einer Kapitalerhöhung Zweifel an seiner Unternehmensstrategie geweckt.

Im SDax sackten die Aktien von Südzucker um 4,4 Prozent ab. Der Zuckerproduzent rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Rückgang des operativen Konzernergebnisses und geht zudem von einem operativen Verlust im Segment Zucker in Höhe von 100 bis 200 Millionen Euro aus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,32 am Freitag auf 0,34 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,07 Prozent auf 140,14 Punkte nach. Der Bund-Future sank um 0,06 Prozent auf 158,91 Punkte.

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