Asoka Wöhrmann kommt aus der Vermögensverwaltung der Deutschen Bank und soll künftig das Privatkundengeschäft aufmischen Foto: Deutsche Bank

Stühlerücken bei der Deutschen Bank: Der Branchenprimus hat die Führung in seinem Privat- und Firmenkundengeschäft neu geordnet. Die Doppelspitze besteht künftig aus Asoka Wöhrmann und Stefan Bender

Frankfurt - Der Umbau der Deutschen Bank geht schrittweise weiter, obwohl der seit Juli amtierende neue Vorstandschef John Cryan Details seiner Strategie erst im Oktober erläutern will. Am Montag gab das Institut bekannt, dass die Privat- und Firmenkundensparte unterhalb des für diesen Bereich verantwortlichen Vorstandsmitglieds Christian Sewing von zwei neuen, allerdings seit vielen Jahren für die Bank tätigen Managern geleitet werden wird. Asoka Wöhrmann ist bislang auch einer breiteren Öffentlichkeit als Chef-Anlage-Stratege der Vermögensverwaltung des Konzerns bekannt, Stefan Bender bleibt trotz der neuen Aufgabe weiter auch Leiter des Zahlungsverkehrs in Deutschland. Der 50-jährige Wöhrmann wechselt Anfang Dezember auf den neuen Posten und soll sich um das Privatkundengeschäft kümmern, Bender (46) startet schon im Laufe des Oktober.

Mitte September hatte die Bank bekanntgegeben, dass die bisherigen Chefs der Sparte, Wilhelm von Haller und Peter Schedl, von ihren Aufgaben entbunden werden. Zwar hält sich Konzernchef Cryan mit Einzelheiten seiner neuen Strategie auch rund drei Monate nach seinem Amtsantritt noch bedeckt. Aber im Fokus steht bei dem Briten auch das Privatkundengeschäft der Deutschen Bank. Die 2010 gekaufte Postbank soll wieder abgegeben werden, wahrscheinlich über einen Börsengang, 200 der derzeit noch 750 Filialen der Deutschen Bank in Deutschland sollen geschlossen werden. Dies dürfte auch mit dem Abbau von Hunderten, wenn nicht von Tausenden von Arbeitsplätzen verwunden sein. Zwar sollen Wöhrmann und Bender, die 17 und 18 Jahren für die Bank arbeiten, für frischen Wind im Privatkunden- und im Mittelstandsgeschäft sorgen, im Fokus ihrer Arbeit wird allerdings auch stehen, wie sie den anstehenden Personalabbau geregelt und sozialverträglich über die Bühne bringen. Vor wenigen Tagen waren Inhalte einer internen, im Juni durchgeführten Umfrage unter 57 000 der weltweit knapp 98 000 ­Beschäftigten durch­gesickert. Danach hat sich Stimmung in der Bank deutlich verschlechtert. Angeblich identifiziert sich demnach nur noch rund die Hälfte mit ihrem Arbeitgeber, vor drei Jahren waren es noch 72 Prozent.

Möglicherweise hängt dies auch mit den teuren und nicht enden wollenden Rechtsstreitigkeiten zusammen. Am Montag wurde bekannt, dass die Wettbewerbskommission in der Schweiz gegen mehrere Großbanken wegen illegaler Absprachen im Handel mit Gold, Silber, Platin und Palladium ermittelt, darunter auch die Deutsche Bank. Das Institut betonte lediglich, man kooperiere mit den Behörden.

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