In Knotenbahnhöfen sollen Züge zur selben Zeit eintreffen und mehrere Minuten gemeinsam halten, um den Umstieg zu ermöglichen. Foto: AFP

Verkehrsminister Andreas Scheuer will das Bahnfahren pünktlicher, schneller und verlässlicher machen. Ab 2020 soll der Fahrplan durch den „Deutschland-Takt“ umgestellt werden.

Berlin - Der Bahnverkehr in Deutschland soll ab 2020 auf einen bundesweiten Taktfahrplan umgestellt werden. „Der Deutschland-Takt macht das Bahnfahren pünktlicher, schneller und die Anschlüsse direkter und verlässlicher“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) der „Welt“ vom Dienstag. „Das bedeutet für Bahnkunden: Optimale Verbindungen, kürzere Aufenthalte an den Bahnhöfen und kürzere Fahrzeiten.

Sehe Sie im Video: Endlich pünktlich: Deutsche Bahn will Wartezeiten mit neuem Fahrplanmodell:

Die Züge sind künftig öfter und schneller überall.“ Scheuer stellt am Dienstag einen Gutachterentwurf für den Deutschland-Takt vor. Umsetzen soll den Taktfahrplan das Zukunftsbündnis Schiene, zu dem sich Politik, Unternehmen, Verbände und Gewerkschaften zusammengeschlossen haben. Vorbild für den Deutschland-Takt ist die Schweiz. Dort wurde schon 1982 der landesweit erste integrale Taktfahrplan eingeführt.

Fahrplan soll leicht zu merken sein

Der Deutschland-Takt soll laut der gleichnamigen Initiative folgendermaßen funktionieren: Züge fahren jede Stunde, in jede Richtung, zur selben Minute. Alle Fernzüge fahren in einem Takt von 60 oder 30 Minuten. Der Fahrplan lässt sich so leicht merken, ist zuverlässig und planbar. In Knotenbahnhöfen treffen sich die Züge jede Stunde zur selben Minute. Die Züge halten gemeinsam einige Minuten und ermöglichen einen bequemen Umstieg. Steht der Fahrplan auf der Schiene fest, lassen sich selbst die entferntesten Regionalbuslinien mit dem Bahnverkehr abstimmen. So wächst der gesamte öffentliche Verkehr zu einem System zusammen.

„Gemeinsam wollen wir bis 2030 die Zahl der Fahrgäste verdoppeln und mehr Güter auf die Schiene holen. Und das bei gutem Service und hoher Qualität“, sagte Scheuer der „Welt“. Es sei „das größte Projekt im Eisenbahnbereich seit der Bahnreform von 1994“.

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