Legales Glücksspiel sei immer noch besser als illegales, so die Automatenwirtschaft. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Die Deutsche Automatenwirtschaft sieht illegales Online-Glücksspiel als Problem. Dort fehlten etwa die Jugendschutzmaßnehmen, die bei legalem Spielhallenglücksspiel gewährleistet seien.

Berlin - Die massive Abwanderung der Verbraucher in den illegalen Glücksspielmarkt ist aus Sicht der Automatenwirtschaft alarmierend. Beim illegalen Onlinespiel sei nicht annähernd ein Jugend- und Spielerschutzniveau gegeben wie es zum Beispiel beim legalen gewerblichen Automatenspiel der Fall sei, sagte der Vorstandssprecher des Verbands Deutsche Automatenwirtschaft, Georg Stecker, der Deutschen Presse-Agentur. Es sei dringend eine „ganzheitliche Regulierung“ aller Spielformen nach Qualitätskriterien notwendig mit einer Stärkung legaler Angebote.

In der kommenden Woche treffen sich die Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder in Hamburg. Bei dem Treffen soll es auch um die Glücksspielregulierung gehen, die seit langem umstritten ist - etwa, ob Online-Casinos zugelassen werden sollen. In einem Eckpunktepapier spielt eine Neuregulierung der Automatenwirtschaft keine Rolle.

Die Automatenbranche trage laut Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder zur Hälfte zum gesamten Umsatz im Glücksspielmarkt bei. Der Glücksspielmarkt ist in einer Schieflage, weil vor allem der unregulierte Online-Schwarzmarkt etwa mit Online-Casinos wächst.

Dem Fiskus entgehen laut Stecker nach Branchenschätzungen durch Online-Casinos hohe Steuereinnahmen. Sie gingen von mindestens 700 Millionen Euro aus. Online-Glücksspiel ist in Deutschland verboten - eine Ausnahme gewährt das Land Schleswig-Holstein. Seit Jahren bieten jedoch illegale Anbieter mit Sitz im Ausland Online-Casino, Online-Poker und auch Zweitlotterien über das Internet in Deutschland an. Bei der Schaffung entsprechender gesetzlicher Grundlagen könnten Steuermehreinnahmen generiert werden.