Riesen-Star Jaleen Smith trumpft in Ulm in der Schlussphase groß auf. Foto: Pressefoto Baumann

Vor einer Woche ist die Siegesserie der Ludwigsburger Basketball gerissen, am Samstag haben sie das brisante Derby bei ratiopharm Ulm mit 83:77 gewonnen. Beginnt jetzt eine neue Serie?

Ulm/Ludwigsburg - Es war das Aufeinandertreffen der beiden Basketball-Mannschaften, die in der jüngeren Vergangenheit mit ihren Siegesserien für Furore gesorgt hatten. Unvergessen ist sind die Ulmer mit 27 Erfolgen in der Saison 2016/17, auf deren Jagd die MHP Riesen Ludwigsburg vor einer Woche in Crailsheim nach zuvor 18 Siegen jäh gestoppt wurden. „Vielleicht war es an der Zeit, manchmal braucht man so einen Weckruf“, sagte der MHP-Trainer John Patrick vor dem Derby. Und nach dem 83:77 (33:39) fügte er dann hinzu: „Es war wichtig für die Moral, dass wir gewonnen haben. Es war ein sehr intensives Spiel.“ Und wie schon im Hinspiel, als Jordan Hulls erst mit der Schlusssirene den Sieg sicherstellte, spannend bis zum Ende. Erneut Hulls und Jaleen Smith (beide 15 Punkte) mit jeweils zwei Drei-Punkte-Würfen in den letzten beiden Minuten, sorgten schließlich für die Entscheidung zu Gunsten der Ludwigsburger.

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John Patrick sagte später: „Ich glaube, der Schlüssel zum Sieg waren definitiv die Rebounds.“ Was umso überraschender ist, als die Riesen nur im Namen für körperliche Größe auf dem Parkett stehen. Zeitweise probierte es Patrick mehr oder weniger mit fünf Spielmachern, wobei der starke Desi Rodriguez (16 Punkte) mit seinen offiziell 1,98 Metern die verkappte Center-Position einnahm. Das klappte ganz gut, immerhin führten die Ulmer zwischendurch bereits mit acht Punkten. Doch die Riesen meldeten sich zurück und gewannen das Rebound-Duell mit 43 zu 28. Bester Spieler war dabei der Defensiv-Spezialist Yorman Polas Bartolo mit einem Double-double, zwei zweistelligen Werten in einer der wichtigen Statistiken (19 Punkte, elf Rebounds).

Patricks Fazit lautete: „Die Partie hatte in dieser Intensität auch ohne Fans schon Play-off-Atmosphäre.“ Bis dahin ist es zwar noch ein Weilchen hin, doch den Platz unter den Top acht haben die Riesen sicher, die Tabellenführung natürlich nicht auf Dauer. Dennoch sollte es nun das Ziel sein, sich nach der Hauptrunde unter den besten vier Teams zu platzieren, um im Viertelfinale dann in einem entscheidenden Spiel den Heimvorteil zu haben (mit oder ohne Fans). Weiter geht es erst einmal in der Fremde – am Dienstag (20.30 Uhr) mit dem Nachholspiel in Würzburg, ehe dann am Sonntag (18 Uhr) medi Bayreuth in die MHP-Arena kommt. Vielleicht startet in der englischen Woche ja eine neue Serie.

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