Im Harz sind schon heute viele Fichtenwälder abgestorben durch Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Dem Wald geht es miserabel, und schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht. Nichts zu tun, wäre trotzdem fatal, meint Redakteur Thomas Faltin.

Von fünf Waldbäumen in Deutschland ist noch einer gesund – es ist eine Katastrophe, die sich in unseren Wäldern ereignet. Hitze und Trockenheit schwächen die Bäume, Schadinsekten und Stürme haben leichtes Spiel. Baden-Württemberg ist nicht weniger betroffen, obwohl die Förster und Forstminister Hauck gerne die Fortschritte beim Waldumbau loben.

Sein Bundes-Pendant Cem Özdemir (Grüne) war da ehrlicher und konnte bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts eine gewisse Ratlosigkeit nicht verbergen. Denn im Gegensatz zum Waldsterben in den 1980er Jahren kann man nicht einfach wieder ein Gift verbieten – der Klimawandel ist unerbittlich und trotzt jedem schnellen Zugriff.

Der Wald ist ein Dauerpatient mit unsicherer Prognose

So wird jetzt unermüdlich der „klimastabile Mischwald“ als Lösung propagiert. Doch ihn zu schaffen dauert Jahrzehnte und kostet Milliarden, und niemand weiß, welche Baumarten am Ende überleben werden. So bleiben Bedrohung und Ziel auf surreale Weise vage, zumal es jetzt im Mai so herrlich grünt allüberall. Aber der Wald ist ein Dauerpatient. Und es wäre fatal, mangels sicherer Therapie zunächst abzuwarten. Ob er es schafft, ist selbst mit größter Hilfe ungewiss.