Michael Reschke muss sich auch um die Zukunft der verliehenen VfB-Profis kümmern. Foto: Pressefoto Baumann

Der Club der aussortierten Profis ist beim VfB mit neun Spielern ziemlich groß. Und das Problem ist: Für ihre verliehenen Fußballer dürften die Stuttgarter auch künftig kaum Verwendung haben.

Stuttgart - Bei der Planung für die nächste Erstligasaison steht der VfB-Manager Michael Reschke vor einer kniffligen Aufgabe. „Wir werden in der kommenden Transferperiode den einen oder anderen interessanten jungen Spieler verpflichten“, kündigt der 60-Jährige dennoch optimistisch an. Ein bis zwei Außenverteidiger sowie ein defensiver und ein offensiver Mittelfeldspieler stehen dabei auf Reschkes Einkaufsliste ganz oben.

Doch der Sportchef des VfB muss noch ein anderes Problem lösen. Neun Spieler haben die Stuttgarter in der aktuell laufenden Saison an andere Clubs verliehen. Eine große Hilfe für die nahe Zukunft dürfte ­allerdings keiner von ihnen sein. Michael Reschke muss sich also obendrein noch um den Bauchladen des VfB kümmern.

Jérôme Onguéné

Mit elf Einsätzen in der österreichischen Bundesliga für Red Bull Salzburg sowie einem Spiel in der Europa League lief die Saison für Jérôme Onguéné nicht gerade berauschend. Im Januar 2017 hatte der ehemalige Manager Jan Schindelmeiser den 1,86 Meter großen Innenverteidiger für 3,5 Millionen Euro vom französischen Zweitligisten FC Sochaux verpflichtet. „Das Tempo und die Intensität haben mich schon ein wenig überrascht“, sagte Onguéné wenig später. Für den VfB hat der Franzose, der einen Vertrag bis 2020 besitzt, noch kein Pflichtspiel absolviert. Immerhin scheint es möglich, dass die Salzburger ­weiter auf Onguéné setzen.

Tobias Werner

Der 32-jährige Flügelspieler ist bis zum Saisonende an den Zweitligisten 1. FC Nürnberg verliehen. Bei den Franken erwischte Werner, der beim VfB noch einen Vertrag bis 2019 hat, einen guten Start, zählte unter dem Trainer Michael Köllner meist zur Startelf. In den letzten sechs Ligaspielen ist Werner aber nicht mehr über die Rolle des Einwechselspielers hinausgekommen. Trotzdem fühlt er sich beim Club, der als Tabellenzweiter den Aufstieg dicht vor Augen hat, sehr wohl. „Ich sehe das Potenzial der Mannschaft, die Wertschätzung der Verantwortlichen passt auch“, sagt Werner: „Die hat mir in Stuttgart ehrlich gesagt ein bisschen gefehlt. Es gibt noch keine Tendenz, aber es spricht mehr für den Club als für den VfB.“

Jean Zimmer

Wenn alles klappt, kann sich Jean Zimmer bald über die zweite Zweitliga-Meisterschaft hintereinander freuen. Denn mit Fortuna Düsseldorf liegt der Blondschopf aus der Pfalz nach einer erfolgreichen Saison auf Tabellenplatz eins. Mit einem Tor und drei Vorlagen nach neun Spieltagen startete Zimmer bei der Fortuna furios. Nach einem Leistungsloch ist er inzwischen wieder Stammkraft, lieferte aber zuletzt beim 1:3 in Heidenheim eine schwächere Partie ab, als zwei Gegentore über seine Seite fielen. Aber: Mit Zimmer, dessen Leihe nach Saison­ende ausläuft, besitzt der VfB eine mögliche Alternative als Ergänzungsspieler auf der Position des Rechtsverteidigers.

Jan Kliment

Für den 24-jährigen Tschechen lief die Saison in der dänischen Super­liga zunächst sehr gut. Bei Bröndby Kopenhagen zählte der Stürmer unter dem Trainer Alexander Zorniger zur Stammelf. Kliment, der von den Stuttgartern bereits seit 2016 in Kopenhagen geparkt wird, absolvierte in der regulären Saison 23 von 26 Spielen, erzielte dabei sechs Treffer und gab fünf Torvorlagen. Dann der Schockmoment: Im Play-off-Spiel gegen Aalborg zog sich Kliment, der beim VfB noch einen Vertrag bis 2019 besitzt, einen ­Innenbandriss und einen Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie zu – und fällt monatelang aus. Eine Weiterverpflichtung durch die Kopenhagener, die vor der Verletzung durchaus realistisch erschien, dürfte sich damit erledigt haben.

Anto Grgic

Der FC Basel und der FC Luzern waren interessiert, lehnten aber am Ende ab. Also landete Anto Grgic letztlich beim FC Sion, der im Schweizer Fußball nicht zur ersten Garde zählt. Im Wallis reißt der defensive Mittelfeldspieler bisher aber keine Bäume aus. Mal ist der Sechser verletzt, dann spielt er, hat aber Probleme in Sachen Handlungsschnelligkeit. Der 21-jährige Grgic, der beim VfB noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, ist auch noch für die kommende Saison an den FC Sion verliehen.

Ebenezer Ofori

Dass Ebenezer Ofori nur bedingt erstligatauglich ist, das wurde in der Hinrunde beim Gastspiel in Frankfurt deutlich. In der Schlussphase eingewechselt, leistete sich der Ghanaer einen Ballverlust und ein Foul, dessen anschließender Freistoß mit dem 2:1-Siegtreffer für die Eintracht endete. Inzwischen spielt Ofori in den USA für New York City FC in der Major League Soccer. Die Leihe läuft noch bis Jahresende.

Ailton

Einmal von Estoril nach Stuttgart und wieder retour – das ist der jüngste Routenverlauf in der Karriere des Portugiesen Ailton. Der schmächtige Linksverteidiger, den Jan Schindelmeiser im Vorsommer für eine Million Euro an Ablöse verpflichtete, konnte sich beim VfB nicht durchsetzen. Nach einer Verletzungspause ist er bei CD Praia zwar wieder Stammspieler, rangiert mit dem Club allerdings auf dem vorletzten Platz. „Er muss Spielpraxis kriegen“, sagt Michael Reschke, „danach sehen wir ­weiter.“

Julian Green

Fünf Spiele hat Julian Green in dieser Zweitligasaison im Dress von Greuther Fürth aufgrund einer Adduktorenverletzung verpasst. Ansonsten hat der Offensivspieler für die Kleeblätter alle Spiele absolviert. Allerdings droht Fürth vier Spieltage vor Saisonende noch das Abrutschen auf den Relegationsplatz 16. Und auch für Julian Green, der beim VfB einen Vertrag bis 2019 besitzt, läuft die Karriere nicht optimal. Als 18-Jähriger debütierte er für das US-Nationalteam, aktuell stellt das ehemalige Talent des FC Bayern München aber nur Zweitliga-Durchschnitt dar.

Hans Nunoo Sarpei

Zum FC Senica in die erste slowakische Liga hat es den VfB-Profi Hans Nunoo Sarpei verschlagen. Dort ist der 19 Jahre junge Mittelfeldspieler aus Ghana zwar Stammspieler, sehr fraglich ist allerdings, ob sein Talent für die Bundesliga reicht.

VfB Stuttgart - Bundesliga

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