1:1-Ausgleich? Denkste! Wataru Endos (Mitte) Treffer zum 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg wurde vom Videoschiedsrichter zurückgenommen. Foto: Baumann

Obwohl der VfB Stuttgart beim 3:1-Erfolg (0:1) über den 1. FC Nürnberg auch vom Videobeweis profitierte, mehren sich die kritischen Stimmen am VAR an der Mercedesstraße.

Stuttgart - Die Erleichterung in der Mercedes-Benz-Arena war im Anschluss an den mühsamen, aber verdienten 3:1-Sieg (0:1) über den 1. FC Nürnberg greifbar. Und doch schwang auch nach dem Spiel noch ein wenig Unmut über den Video Assistant Referee (VAR) mit.

Nach dem frühen Rückstand durch Michael Frey (10. Minute) wurde dem VfB durch den Videoassistenten zunächst der vermeintliche Ausgleich durch Wataru Endo aberkannt (28.) und anschließend noch eine hauchdünne Abseitsentscheidung gegen Mario Gomez bestätigt (34.). Vielen VfB-Fans kamen Erinnerungen an die drei aberkannten Gomez-Tore gegen den SV Sandhausen hoch.

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In der zweiten Hälfte hatte der VfB dann den VAR auf seiner Seite, als ein vermeintliches Handspiel von Fabian Schleusener nachträglich als elfmeterwürdig gewertet wurde. Der Rest des Spiels ist Geschichte. Und obwohl die Schwaben nach der Pleite in Sandhausen dieses Mal auch Glück mit dem VAR hatten, äußerten sich die Beteiligten kritisch über die derzeitige Handhabe des Videoassistenten.

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„Das zweite Tor (der Gomez-Kopfball, Anm. der Redaktion) war Abseits“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat, betont allerdings: „Bei der ersten Szene (dem aberkannten Endo-Treffer) sollte man nur eingreifen, wenn man es im Spiel sieht.“ Andernfalls müsste in den Augen des 47-Jährigen „bei relativ vielen Eckbällen der Videoschiedsrichter eingreifen“. Solche Blocks seien in den Bundesligen Gang und Gebe.

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Auch Philipp Förster, der Torschütze zum 3:1, äußerte Kritik: „Dass uns fünf Tore in acht Tagen aberkannt werden, ist der Wahnsinn und natürlich eine Katastrophe.“

Bereits in der Vorwoche hatte Mario Gomez harte Kritik am derzeitigen VAR-Vorgehen geäußert: „Für uns Stürmer ist es eine Katastrophe.“ Anschließend wurde er noch deutlicher: „ Das System wie es ist, ist einfach scheiße“ und er sei froh, „nicht mehr zehn Jahre“ damit spielen zu müssen.

Beim VfB sah man die fünf VAR-Entscheidungen gegen Mario Gomez mit Humor und verpasste dem ehemaligen Nationalstürmer gar einen neuen Spitznamen: VARio Gomez.

Bei aller Launigkeit des Tweets darf nicht vergessen werden, wie bitter eine weitere Niederlage für den VfB Stuttgart gewesen wäre. Beim 1. FC Nürnberg fühlte man sich hingegen verschaukelt, weil der VAR beim 1:1-Ausgleich via Handelfmeter eingegriffen hat, das Kopfballduell von Endo vor dem 2:1-Führungstreffer der Schwaben aber nicht ahndete. Club-Trainer Jens Keller sah den Elfmeterpfiff zumindest als „diskussionswürdig“ an und legte sich beim Endo-Kopfball eindeutig fest: „Vor dem zweiten Tor wird Johannes Geis eindeutig weggeräumt.“

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Dem VfB war’s am Ende egal – nach dem Pech der Vorwoche nahm man wohlwollend zur Kenntnis, dass es offenbar ausgleichende Gerechtigkeit gibt. Bleibt abzuwarten, ob VARio Gomez auch am kommenden Montag mit dem Videoassistenten auf Kriegsfuß steht.

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