Zehn Kilometer hoch, noch aus 80 Kilometern sichtbar: Die Firma Trumpf ließ sich zum 100-jährigen Bestehen etwas ganz Besonderes einfallen. Wir blicken zurück auf das Jahr 2023.
So einige Bürger der Region hatten sich im Sommer gefragt: Dieser grüne Lichtstrahl, was mag das bloß sein? Außerirdische? Ein Suchscheinwerfer? Gar irgendetwas ganz anderes? Die Auflösung kam von der Ditzinger Firma Trumpf. Der Laser-Spezialist feierte mit der Aktion Anfang August sein 100-jähriges Bestehen und deklarierte den Strahl als „längste Geburtstagskerze der Welt“. Damit hatte das Unternehmen wahrscheinlich nicht unrecht: Bei gutem Wetter schoss der Laser zehn Kilometer in die Höhe und war aus bis zu 80 Kilometern Entfernung noch zu sehen.
Nach dem Einsatz in Ditzingen ging es für den Laser nach Eindhoven
Der Laser bewegte die Menschen in Ditzingen, im gesamten Strohgäu, in Leonberg und der kompletten Region. Und nicht nur hier. Denn nachdem er in Ditzingen abgebaut worden war, begab er sich auf eine gar nicht mal so kurze Reise: in die Niederlande, genauer gesagt nach Eindhoven. Beim dortigen Glow Light Art Festival in der etwa 500 Kilometer entfernten Metropole war er zu Demonstrationszwecken bis zum 18. November zu sehen.
Es war ein nicht eben kleines Projekt, das Trumpf in Zusammenarbeit mit dem Showlaser-Spezialisten Lightline aus Osnabrück auf die Beine gestellt hat. Ohnehin ließ man sich zum 100-jährigen Firmenjubiläum nicht lumpen. Eigens zum großen Mitarbeiterfest wurden die Fantastischen Vier für einen Auftritt engagiert, um den Anwesenden einzuheizen.
Viele Menschen wandten sich an die Polizei
Warm wurde auch der Polizei, als der Laser Anfang August zum ersten Mal über Ditzingen leuchtete. Denn einige Menschen wählten die 110, weil sie nicht glauben konnten, was sie da sahen. Erst, als die Nachricht von der trumpfschen Geburtstagsaktion die Runde machte, ebbte die Anrufwelle ab. Dafür nahm die Sache in den Sozialen Medien Fahrt auf. Und da die Menschen nun wussten, wo die Quelle des Strahls lag, begaben sie sich am Abend des ersten geplanten Einsatzes zur Trumpf-Pforte. Rund 150 Personen zählte Trumpf-Pressesprecher Manuel Thomä. Und wo die überall herkamen, erstaunte noch viel mehr. Ein Paar hatte die Anreise aus dem 140 Kilometer entfernten Neresheim auf sich genommen.
35 Experten waren am Bau der Anlage beteiligt
Und es war ja schon auch beeindruckend, allein die technischen Daten der Anlage zu erfahren: 35 Laserexperten, Konstrukteure, Sicherheitsspezialisten und weitere Experten waren am Bau beteiligt. Da es am Rande auch leichte Kritik am etwaigen Energieverbrauch gegeben hatte, präzisierte Sebastian Pricking aus der Laserentwicklung des Ditzinger Unternehmens im August: „Ihn eine Stunde zu betreiben verbraucht etwa so viel Energie, wie mit einem Elektroauto von Stuttgart nach Karlsruhe zu fahren.“ Der Vergleich kommt nicht von ungefähr: Die Basis für die Anlage mit ihren drei Kilowatt Leistung kommt etwa beim Schweißen von Kupfer für Batterien in der E-Mobilität zum Einsatz.
Auch die Luftüberwachung war eine Herausforderung
Und ein solches Projekt war natürlich auch für den Luftverkehr eine Herausforderung. Den Luftraum hat Lightline selbst mit einem Radarsystem überwacht. Außerdem war die Aktion mit der Flugsicherung abgesprochen. „Wir arbeiten mit Netz und doppeltem Boden“, versicherte Trumpf-Pressesprecher Manuel Thomä. Anhand verschiedener Alarmstufen wurde jeweils entschieden, wann und ob der Laser abgeschaltet wurde. Und das Wetter spielte ebenfalls eine Rolle: Bei Regen oder starkem Wind wurde er nicht eingeschaltet.
So fiel auch gleich der Auftakt den äußeren Bedingungen zum Opfer. Einen Tag später klappte dann jedoch alles – und die Geburtstagskerze konnte leuchten.