Viele Helfer sind notwendig, um in absehbarer Zeit 10 000 Bäume pflanzen zu können. Unter der Leitung von Robin Gut sind hier einige der Helfer zu sehen, die im Ahrtahl bei Müsch kräftig gepflanzt haben nach der Flutkatastrope. Foto: /privat

Der Stuttgarter Künstler Jean-Marc Lorber arbeitet an einer Benefiz-Schallplatte zugunsten alter Olivenbäume auf Kreta. Mit zwei dieser Bäume war er im Ahrtal, um dort auch neue künstlerische Kontakte zu knüpfen.

10 000 Bäume – das ist eine Menge Holz. Vor allem, wenn man die noch einpflanzen muss und dabei nicht wirklich vom Fach ist. Und auch wenn das viel ist, reicht es manchmal doch nicht aus. Das gilt etwa für das Bemühen, das Ahrtal in Rheinland-Pfalz wieder lebenswert zu gestalten, das im Juli 2021 nach heftigem Regen überflutet wurde. Dabei starben dort mehr als 100 Menschen.

Der Stuttgarter Künstler Jean-Marc Lorber überreicht dem Partysänger Jürgen Milski zwei Olivenbäume. Foto: privat

20 000 Bäume statt 10 000 Bäume

Die Idee, dort 10 000 Bäume zu pflanzen unter dem Motto „Das Ahrtal wieder grüner machen“, kam von der Initiative Robin Gut. Da ist der Privatfernseh-Moderator Dieter Könnes sehr engagiert, der auch Promis der verschiedensten Art dafür begeistert. Etwa den einstigen Big-Brother-Container-Publikumsliebling Jürgen Milski, der heute vor allem in Sachen Party-Musik unterwegs ist. Weitere Promis haben sich dem angeschlossen, die 10 000er Marke wurde so schnell gerissen. Jetzt sind 20 000 die neue Vorgabe für diese Aktion, an der sich alle beteiligen können, keineswegs nur Promis, etwa mit der Finanzierung eines Baumes in Höhe von 14,90 Euro.

Alte Bäume auf Kreta

Auch der Stuttgarter Künstler Jean-Marc Lorber hat sich von dieser Hilfsbereitschaft anstecken lassen und ist ins Ahrtal gereist. Seine zwei Bäume, die er dort eingepflanzt hat, hat er gleich mitgebracht, denn die sind etwas anders als die anderen: Es sind Olivenbäume von der griechischen Insel Kreta. Lorber, der gerne Musik macht und unermüdlich auch in eigener Sache Aufklärungsarbeit betreibt hinsichtlich der Krankheit Tourettesyndrom, weiß, wie wertvoll Bäume sind für ein intaktes Lebensumfeld. Vor drei Jahren hat er ein Video eingespielt für die Initiative Cretan Aenaon, ein Schutzprojekt zum Erhalt alter Olivenbäume auf der größten griechischen Insel. „Wir suchen Baumpaten für teils sehr alten Bäume, damit die nicht Avocadoplantagen zum Opfer fallen“, sagt er. Die Initiative wurde von einem mit ihm befreundeten Paar ins Leben gerufen.

Im Dialog mit Andrea Berg

Und beim Video soll es nicht bleiben, eine komplette Schallplatte soll am Ende auf dem Markt sein als Benefizprojekt. Doch dazu sind immer wieder Impulse notwendig. Im vergangenen Sommer hat Lorber deshalb an einem Musikwettbewerb teilgenommen unter der Schirmherrschaft von Andrea Berg. Aus dem ersten Platz ist da zwar nichts geworden mit einem Live-Auftritt auf dem traditionellen Heimspiel-Open-Air von Berg in ihrer Heimat im Remstal. Aber laut Lorber ist da schon ein vielversprechender Dialog unter Künstlern entstanden. Wird Andrea Berg also einmal mit Jean-Marc Lorber alias Spellfire JaMal ein Musikstück aufnehmen? Oder wird Lorber , einmal in einer der Berg-Musiken glänzen?

Ein Blick in eine Glaskugel könnte da wahrscheinlich mehr verraten. Doch bis es da möglicherweise zu einem Duo der beiden kommt, knüpft Lorber lieber praktisch künstlerische Verbindungen vor Ort. Dazu gehören etwa die Stuttgarter Sängerin und Tänzerin Lady Volcano, der Musiker und Street-Art-Künstler Alex B., ebenfalls aus Stuttgart oder Andy Jonas, der in den 1990er Jahren das Enigma-Projekt vorangetrieben hatte mit dem Produzenten Michel Cretu. Wird damit Lorbers Musikprojekt endlich Realität?

Unterwegs in Sachen Tourette

Aber es gibt ja auch viel in Sachen Tourette zu tun, vor allem jetzt in diesen Tagen. Noch bis zum 15. Juni geht der Tourette-Bewusstseinsmonat, am 7. Juni ist der Welt-Tourette-Tag. Auch unabhängig davon ist Lorber immer wieder unterwegs, klärt auf auf vielgestaltige Weise vor Leuten, die daran interessiert sind, die selbst mehr oder weniger darunter leiden oder Bekannte von diesen. Oder vor Berufsgruppen etwa aus dem sozialen oder helfenden Bereich, die auf diese Weise besser einschätzen können, was es mit diesen Tics auf sich hat. Das macht Lorber ziemlich unterhaltsam, dazu hat er jetzt auch ein Video produziert, das lehrreich und unterhaltsam zugleich ist.