Der neue 5er-BMW Die Geschäftslimousine aus Bayern

Von Immanuel Schneeberger 

Ab Februar 2017 steht der neue 5er-BMW beim Händler. Foto: Hersteller
Ab Februar 2017 steht der neue 5er-BMW beim Händler. Foto: Hersteller

Der neue 5er-BMW muss einen Spagat zwischen klassischen Auto-Eigenschaften beim Fahren und voller Vernetzung mit der Online-Welt schaffen.

Es gibt sie noch, die klassische Geschäftslimousine. Nach wie vor ist kaum eine Fahrzeuggattung so gut dafür geeignet, lange Strecken möglichst entspannt, zügig und dabei wirtschaftlich zurückzulegen. Immer noch wetteifern einige namhafte Automobilhersteller um die Krone der besten Limousine in der oberen Mittelklasse.

Traditionell haben bei den Verkaufszahlen die drei deutschen Hersteller Audi, BMW und Mercedes die Nase vorn. Gute Karten unter den dreien hat stets derjenige mit dem neuesten Modell. Mercedes präsentierte Anfang des Jahres die neue E-Klasse, die mit einem wahren Feuerwerk an Assistenzsystemen den Fahrer in manchen Situationen fast arbeitslos macht.

BMW kontert nun mit dem neuen Fünfer. Ab 11. Februar 2017 steht die 4,94 Meter lange Neuentwicklung beim Händler und bringt alles mit, was die Konkurrenz auch bietet. Äußerlich zeigt das Auto überwiegend Bekanntes. Vorn schließen die serienmäßigen, hell leuchtenden LED-Scheinwerfer wie vom luxuriösen Siebener bekannt an den nierenförmigen Kühlergrill an. An der Seite vermittelt eine zusätzliche Kante im Blech den Neuheitsanspruch, während die Rückleuchten deutlich flacher und breiter als bisher ausfallen. Insgesamt entsteht so ein stämmiger und breiter Eindruck, während die tatsächliche Breite mit 1,87 Metern nur um einen Zentimeter gegenüber dem Vorgänger wuchs.

Innen fallen die Änderungen umso mehr ins Auge. Einem allgemeinen Trend folgend ist der große Farbbildschirm nun aufrecht auf der Armaturentafel stehend untergebracht, die Instrumente werden gegen einen Aufpreis von 390 Euro ebenfalls digital angezeigt.

Das Navigationssystem ist Teil der Serienausstattung

Nachgiebige Kunststoffe allerorten verbreiten zwar nicht den Stil von Leder, erfreuen aber den Tastsinn. Erneuert wurde die bisher schon vorbildhafte Bedienung. Neben dem bekannt selbsterklärenden Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole reagiert der mittlere Bildschirm nun auch auf Fingerdruck sowie gegen 250 Euro Aufpreis auch auf Gesten in der Luft. Letzteres erwies sich auf einer ersten Testfahrt als Spielerei, die man sich getrost sparen kann. Sinnvoll hingegen ist die Tatsache, dass BMW das viel bestellte Navigationssystem inklusive Freisprecheinrichtung zur Serienausstattung erklärt hat. Überhaupt zeigt sich der Fünfer bereits zum Grundpreis von 45.200 Euro für den 520d mit Schaltgetriebe (140 kW/190 PS) recht gut ausstaffiert: Klimaautomatik, Regensensor, Multifunktionslenkrad und Tempomat sind beispielsweise stets an Bord.

Leider stand der häufig bestellte Einstiegsdiesel bei der Neuvorstellung nicht zur Verfügung – als Ersatz diente der nur mit Automatik bestellbare laufruhige Reihen- Sechszylinder (195 kW/265 PS) im 530d. In Verbindung mit dem ebenfalls eingebauten Allradantrieb kommen so 56.900 Euro zusammen, die wie üblich in dieser Klasse durch zahlreiche Sonderausstattungen mühelos überboten werden können.

Besonders zu nennen sind die für den Fahreindruck relevanten Extras. So lässt sich die Dämpfung gegen 1190 Euro Aufpreis von komfortabel wogend bis sportlich straff verstellen, und die Integral-Aktivlenkung für 1250 Euro gibt präzise Rückmeldung über die Fahrbahnbeschaffenheit, während die mitlenkenden Hinterräder auch in Landstraßenkurven das hohe Leergewicht erfolgreich kaschieren. Der getestete 530d bringt immerhin 1770 Kilogramm auf die Waage.

Apropos Gewicht: Bis zu 100 Kilogramm will BMW durch Leichtbau mit Aluminium- Magnesium-Legierungen gegenüber dem Vorgängermodell eingespart haben. Unterstützt durch die kaum spürbare Achtstufen-Automatik von ZF, das hohe Drehmoment von 620 Newtonmetern bei 2000 Touren und die gut gedämmten Antriebsgeräusche kommt ein hoher Reisekomfort zustande. Laut Normwert sollen fünf Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometern genügen, der Bordcomputer meldete unterwegs allerdings mit knapp zwei Liter mehr einen deutlich höheren Wert.

Auf der Autobahn kann der Pilot die neue Welt der Assistenzsysteme auch bei BMW im vollen Umfang zum Einsatz bringen. Kameras halten das Fahrzeug mitten in der Spur, der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wird geregelt. Bei gehaltenem Blinkerhebel wechselt der Fünfer nach Prüfung der Nebenfahrbahn von allein die Spur, außerdem werden Stoppschilder zuverlässig erkannt, und die aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzungen lassen sich auf Knopfdruck direkt in den Tempomaten übernehmen. So viel Technik kostet im Paket dann immerhin 2800 Euro.

Was lernen wir daraus? Die Freude am BMW-Fahren ist in jedem Fall im neuen Fünfer auch weiterhin nichts für Sparfüchse, die jeden Euro umdrehen oder umdrehen müssen.

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