Mercedes hat sich bisher nur selten zu politischen Fragen geäußert. Das ändert sich nun. Was der Konzernchef zu wichtigen Themen zu sagen hat.
Mercedes-Chef Ola Källenius galt bisher nicht als Manager, der sich ausführlich zu politischen Fragen äußert. Während VW- und Porsche-Chef Oliver Blume Schwächen des Standorts Deutschland wie nicht wettbewerbsfähige Energiekosten immer wieder deutlich anspricht, äußerte sich Källenius bisher kaum zu politischen Rahmenbedingungen.
Doch Källenius überwindet zunehmend diese Zurückhaltung, wohl auch wegen der Gefahren für die Demokratie, vor denen bereits sein oberster politischer Chef Eckart von Klaeden in einem Interview mit unserer Zeitung gewarnt hatte. Die AfD stehe „für Positionen, die unserer Sicherheit und unserem Wohlstand die Grundlage entziehen“.
Wir brauchen mehr Europa“
Bei der Hauptversammlung äußerte sich nun auch Källenius zur AfD und deren Vorstellungen von einer „Remigration“, ohne diese zu erwähnen. Man sei „froh und stolz“, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund „in unserer Mitte zu haben“. Ohne sie würde „keine S-Klasse entwickelt, gebaut und verkauft werden“.
Källenius äußerte sich nicht nur zu den Bedrohungen der Demokratie, sondern auch zu aktuellen Debatten innerhalb der demokratischen Parteien. So forderte er wettbewerbsfähige Energiepreise, eine kluge, europäische Rohstoffstrategie und neue Freihandelsabkommen. „Deutschland hat am meisten zu verlieren, wenn wir uns als Exportland isolieren. Deshalb brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Europa.“