Simon Terodde (links) saß beim Spiel gegen Hannover 96 lange Zeit auf der Ersatzbank. Neben ihm Dennis Aogo. Foto: Pressefoto Baumann

Die Aufstellung vom VfB Stuttgart gegen Hannover 96 überraschte: Trainer Hannes Wolf setzte Takuma Asano und Josip Brekalo ein, Simon Terodde hingegen blieb auf der Bank.

Stuttgart - Ganz zum Schluss machte Emiliano Insua das Licht aus. Schließlich war es der frisch gebackene argentinische Nationalspieler, der rund anderthalb Stunden nach dem Abpfiff beim 1:1 seines VfB in Hannover mit dem Kulturbeutel unter dem Arm als Letzter die Katakomben verließ. Der blonde Torjäger außer Dienst hatte zu diesem Zeitpunkt längst seinen Platz im Teambus eingenommen. Normalerweise ist Simon Terodde ja ein sehr auskunftsfreudiger Fußballprof. Ein Typ, der weiß, dass auch die Zusammenarbeit mit den Medienvertretern zum Stellenprofil eines Führungsspielers gehört.

Diesmal aber ist Terodde nicht zum Reden zumute gewesen, was auch allzu verständlich ist. Schließlich hatte er von seinem Trainer Hannes Wolf einen herben Nackenschlag einkassiert – und so wurde der große Blonde einmal mehr vom Torjäger zum Bankdrücker. Was die Sache nicht besser macht: In Daniel Ginczek, Chadrac Akolo sowie Anastasios Donis waren für die Partie bei den 96ern neben einigen weiteren Ausfällen auch drei Angreifer nicht spielfähig gewesen. Und Terodde, der in den beiden vergangenen Spielzeiten zusammen gerechnet 50 Zweitligatore erzielt hatte, der saß in Hannover zu Spielbeginn trotzdem weiter auf der Bank.

In dem ehrgeizigen Fußballprofi muss es brodeln

„Er hat diese Entscheidung akzeptiert“, sagte Hannes Wolf, der aber zugeben musste, dass „Simons große Fähigkeiten als Teamplayer schon arg strapaziert werden.“ Denn klar ist, dass es in einem ehrgeizigen Fußballprofi brodeln muss, der unmittelbar nach dem Aufstieg ja noch von Borussia Mönchengladbach heftig umworben wurde. Zumal die VfB-Spielstruktur in Hannover auch Terodde gut reingelaufen wäre. Musste sich der ehemalige Bochumer in den ersten Auswärtsspielen noch als Kilometerfresser verdingen, so agierte der VfB am Freitagabend wesentlich offensiver. Doch vorne wirbelten anstatt Terodde die beiden Leichtgewichte Takuma Asano und Josip Brekalo. Und dies nicht erfolglos, denn Asano gelang nach 24 Minuten per Abstauber das 1:0.

„Meine Wertschätzung gegenüber Simon hängt nicht davon ab, ob er von Anfang an spielt oder nicht“, erklärte Hannes Wolf, der wohl weiß, dass Fußballprofis da eine ganz andere Sicht der Dinge haben. Wer als Aufstiegsheld der Vorsaison auf Dauer auf der Bank sitzt und wie in Hannover erst nach 73 Minuten ins Spiel kommt, der ist frustriert. Doch Wolf ergänzt: „Simon kann sich wieder reinbeißen. Wer unser Trainerteam kennt, der weiß, dass unsere Entscheidungen nicht über mehrere Wochen hinaus gelten. Alles kann sich schnell wieder ändern.“

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

lade Widget...

Tabelle

lade Widget...
Komplette Tabelle

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: