Der Fall Aubameyang Guido Buchwald: „Geld verdirbt Moral“

Von Gunter Barner 

Guido Buchwald, Meisterschaft 1992: Dem VfB Stuttgart treu geblieben Foto: Baumann
Guido Buchwald, Meisterschaft 1992: Dem VfB Stuttgart treu geblieben Foto: Baumann

Ex-VfB-Profi Guido Buchwald rät Bundesliga-Vereinen gegen das provokante Verhalten von Fußball-Profis wie Pierre-Emerick Aubameyang härter durchzugreifen. „Sonst sind Verträge nicht mehr viel wert.“

Stuttgart - Ex-Weltmeister und VfB-Aufsichtsrat Guido Buchwald, 56, kritisiert das Verhalten von Fußballprofis wie Pierre-Emerick Aubameyang. Der Torjäger provoziert seit Tagen die Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Offenbar, um seine Freigabe zu erhalten. „So ein Verhalten ist unmoralisch und liefert ein schlechtes Vorbild“, sagt Buchwald. Die Verträge zwischen Verein und Spieler seien „nicht mehr viel wert“. Aubameyang schade mit seinem Verhalten sich selbst, dem Verein und seinen Teamkollegen. Buchwald, von 1983 bis 1994 Profi beim VfB Stuttgart, wünscht sich von den Vereinen mehr Mut hart durchzugreifen. „So einen Spieler muss man eben mal ein paar Wochen auf die Tribüne setzen, damit er wieder zur Vernunft kommt.“ Selbst dann, wenn man damit seinen Marktwert schmälere.

Kritik an Beratern

Der VfB-Ehrenspielführer sieht die Schuld aber nicht allein beim Spieler. „Es ist der Fluch des Geldes, der die Moral verdirbt. Es gibt immer mehr Menschen, die am Fußball mitverdienen wollen. Vor allem natürlich die Berater.“ Der Spieler unterschreibe einen langfristigen Vertrag bei einem neuen Verein, weil er Sicherheit wolle und ein stattliches Gehalt. „Aber kaum winkt einer mit einem dickeren Geldbündel, ist der bisherige Club nichts mehr wert.“ Buchwald fürchtet, dass durch solche Verhaltensweisen der Fußball an Glaubwürdigkeit verliert. Für die Fans werde es immer schwerer, sich mit dieser Art von Söldnertum zu identifizieren.

VfB verweigerte Buchwald die Freigabe

Guido Buchwald hatte nach der Weltmeisterschaft 1990 ein Millionen-Angebot des damaligen italienischen Erstligisten AC Parma. Manager Dieter Hoeneß und Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder gaben ihn aber nicht frei. „Das war bitter. Aber ich hätte mich geschämt, wenn ich damals meinen Rauswurf provoziert oder absichtlich schlecht gespielt hätte. Das geht gar nicht.“ 1992 feierte er mit dem VfB die deutsche Meisterschaft.

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