Der Mann mit dem Blick für das Besondere: Hanspeter Faas Foto: picture alliance/dpa/Linda Vogt

Hanspeter Faas hat bei der Bundesgartenschau in Heilbronn die Fäden in der Hand gehabt. Es ist die dritte Buga gewesen, die der 65-Jährige verantwortet hat. Das Besondere entdecken, sich dafür begeistern und andere damit anstecken – das ist sein Job.

Heilbronn - Manchmal ist der Blick von außen unbezahlbar. Hanspeter Faas hatte 2012, als er in Heilbronn angefangen hat als Geschäftsführer der Bundesgartenschau GmbH, noch nicht viel gesehen von der Stadt, als ihm auffiel: „Heilbronn verkauft sich unter Wert.“ Während die Heilbronner auf den Wartberg hochfuhren, wenn sie in ihrer Heimatstadt nach Schönheit suchten, fand sie der Gartenbauingenieur mittendrin. „Der Bezug zum Neckar hat mich begeistert.“

Das Besondere entdecken, sich dafür begeistern und andere damit anstecken, das ist Faas’ Job. Drei Bundesgartenschauen hat der 65-Jährige als Geschäftsführer in München, Koblenz und 2019 in Heilbronn organisiert, zig Landesschauen und eine Internationale Gartenschau.

„Alle haben gesagt: Das ist nicht zu schaffen.“

Die Heilbronner Buga war anders. Mit der Stadtausstellung wurde erstmals eine bewohnte Gartenschau präsentiert. Anfangs war es gar nicht geplant, 23 Gebäude zu bebauen. „Alle haben uns abgeraten: Das ist zeitlich nicht zu schaffen.“ Es wurde geschafft, trotz vieler Bauherren und vieler Baufirmen auf vielen Baustellen auf engstem Raum. „Wir sind mit einer gewissen Naivität herangegangen“, sagt Faas.

Die Entscheidung für seinen Beruf war nicht gerade eine leidenschaftliche. Eigentlich wollte er nach der Hauptschule Technischer Zeichner lernen. Der Berufsberater sagte dem 14-Jährigen: „Bub, den Beruf können auch Frauen. Da verdienst du nichts.“ Also machte er eine Gärtnerlehre. Herrenjahre waren das nicht gerade, „seither kann ich gut Straßen kehren“.

Jetzt geht es in den eigenen Garten

Er hat das Abitur nachgeholt, studiert und ist bereits 1980 bei der Gesellschaft zur Förderung der Bayrischen Landesgartenschauen gelandet. Die Blumenausstellungen sind sein Thema geblieben. „Ich fand das immer spannend, Projekte zu planen, zu realisieren, abzuschließen, zu gehen und was anderes zu machen“, sagt er.

Immer war nach der Schau vor der Schau. Dieses Mal nicht. Wenn im nächsten Sommer die letzten Buga-Mitarbeiter verabschiedet, die letzten Abrechnungen gemacht, die letzten Berichte erstellt sind, fährt Mister Gartenschau heim nach Memmingen, ins Haus der Familie. Dann geht er in den eigenen Garten – statt zum nächsten Gartenschauplatz.

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