„Sein und Schein“, das Motto am Tag des offenen Denkmals, kann in Esslingen gut umgesetzt werden, sagt Andreas Panter. Ein Beispiel: Die Nikolauskapelle wurde um 1300 erbaut, die Treppe wurde erst 1894 angebracht und vor ein paar Jahren renoviert. Foto: Roberto Bulgrin

Mit einer Mischung aus digitalen und analogen Angeboten geht Esslingen in diesem Jahr beim Tag des offenen Denkmals ins Rennen. Am Sonntag, 12. September, warten 40 Angebote auf die Besucher.

Esslingen - Der Hunger ist groß. Die Pandemie-bedingten Veranstaltungsstopps haben die Lust auf kulturelle Häppchen angefacht – und dieser Appetit wird nun gestillt. Die Veranstaltungstafel ist etwa durch den Tag des offenen Denkmals reich gedeckt, der am Sonntag, 12. September, zum Ende der Sommerferien 40 attraktive Events auftischt. Optimistisch plant der für die Organisation mitzuständige Andreas Panter von der Esslinger Stadtverwaltung einen größtenteils analogen Ablauf. Aber auch die digitale Struktur, die im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie eingeführt werden musste, wird in abgespeckter Form fortgesetzt. Ab Mitte August werden die aktuellen Programmangebote online veröffentlicht, doch eine Teilnahme an den Führungen ist nur nach einer vorherigen virtuellen Anmeldung und unter Einhaltung der Hygieneregeln möglich.

 

Sein oder Schein in der Geschichte

Zufrieden reibt sich Andreas Panter die Hände. Die Ehrenamtlichen, Vereine, Gruppierungen, die beiden großen christlichen Kirchen und viele bisherige Mitstreiter sind bei der Stange geblieben und machen wieder mit beim Tag des offenen Denkmals. 40 Programmpunkte, darunter sechs Stadtführungen und 20 Objektrundgänge, können somit am Sonntag, 12. September, angeboten werden. „Die Stadt nimmt für Organisation und Durchführungen einen deutlich fünfstelligen Geldbetrag in die Hand“, betont der Mitorganisator. Ein heiß ersehntes Stück Normalität kehrt durch diesen finanziellen und personellen Einsatz zurück zu der Veranstaltungsreihe, die in diesem Jahr unter dem Motto „Sein und Schein in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ steht.

Programmablauf wird veröffentlicht

Allerdings ist es eben nur ein Stück der gewohnten Veranstaltungsfreiheit, die Corona zulässt. Einschränkungen müssen wegen der Pandemie weiterhin in Kauf genommen werden. Ab Mitte August werden die einzelnen Programmpunkte des Tags des offenen Denkmals 2021 mit Fotos und Beschreibungen auf der Homepage unter www.esslingen.de/denkmaltag veröffentlicht. Doch für die Teilnahme an allen Führungen ist eine Online-Anmeldung zwingend erforderlich. Ab Mittwoch, 8. September, können die virtuellen Tickets laut Andreas Panter über die Homepage beantragt und die nötigen Daten zur Kontaktdatenerfassung ausgefüllt werden. Insgesamt können 1000 Eintrittskarten abgerufen werden. In Nicht-Corona-Jahren, so der Mann vom Esslinger Baurechtsamt, konnte sich der Tag des offenen Denkmals über 3500 bis 7000 Besucher in Esslingen freuen. Das Angebot ist daher im Vergleich zu den Vorjahren noch immer eingeschränkt, und der Denkmalpfleger bittet dringend darum, dass nicht genutzte Tickets rechtzeitig online storniert werden: „Dann haben auch andere Interessierte die Chance auf eine Teilnahme.“ Die aktuellen Anti-Covid19-Richtlinien würden auch beim Tag des offenen Denkmals umgesetzt – mit Abstand, Maske, begrenzten Personenzahlen und Zugangsbeschränkungen. Sollten die Inzidenzzahlen Präsenzveranstaltungen kurzfristig verbieten, dann werde die Stadt darüber auf der Homepage informieren.

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Eine virtuelle Spielwiese

Virtuell gibt es aber noch mehr zu entdecken. So ganz möchte Andreas Panter die im letzten Jahr gemachten Erfahrungen mit einer fast ausschließlich digitalen Präsentationsform nicht außen vor lassen. Natürlich, so betont der promovierte Architekt, lebt der Tag des offenen Denkmals von Präsenzveranstaltungen, vom Austausch vor Ort, von der Live-Interaktion. Aber der virtuelle Ablauf hat auch Vorteile: Die im letzten Jahr eingestellten Bilderstrecken, Videos, Filme, Podcasts, Fotogalerien oder PDF-Darstellungen konnten unabhängig von Wetter, Witterung, zeitlichen Vorgaben oder fixen Anfangszeiten besucht werden. Ein erneutes Abspielen und Abhören ermöglichte eine vertiefende Beschäftigung mit dem Stoff, und auch Menschen mit Handicaps konnten mit dabei sein. Darum werden in diesem Jahr wieder sechs digitale Angebote zum Tag des offenen Denkmals gemacht.

Virtuelle Abstecher sind daher in die Geschichte des Central Theaters, den Turm der Frauenkirche mit Aufstieg zum Engel, die Kirchenbibliothek der Stadtkirche St. Dionys oder den Speyrer Pfleghof möglich. Zudem wird laut Andreas Panter versucht, die 23 Online-Beiträge aus dem vergangenen Jahr wieder zu reaktivieren, sodass sie erneut abgerufen werden können.

Analoge und digitale Mischung

Das bedeute zwar einen doppelten Veranstaltungsaufwand in digitaler und analoger Form, doch dieser Ablaufmodus würde die Vorteile beider Präsentationsformen harmonisch miteinander verbinden, erklärt Andreas Panter. Er selbst geht mit gutem Beispiel voran: Der Denkmalpfleger bietet eine Führung vor Ort mit Treffpunkt auf dem Marktplatz und spannenden Stopps an, und er wird seine Erkenntnisse in einem Film zusammenfassen. Diese Doppelstruktur, meint er, müsse einfach passen.

Der Tag des offenen Denkmals

Die Veranstaltung

 Am Tag des offenen Denkmals können auch kulturelle Stätten besichtigt werden, die sonst verschlossen sind. Seit 1993 geht die Veranstaltung bundesweit zum Ende der Sommerferien unter Federführung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über die Bühne, und Esslingen ist seit 1994 mit dabei.

Der Ablauf

Der Tag des offenen Denkmals beginnt am Sonntag, 12. September, in Esslingen um 11 Uhr mit der Eröffnung auf dem Marktplatz durch OB Jürgen Zieger. Ende ist um 17 Uhr mit einem musikalischen Gottesdienst in der Frauenkirche in der Unteren Beutau 7. Eine Anmeldung ist dafür nicht nötig.

Der Event

Der „Tag des offenen Denkmals“ ist laut Veranstalter „Deutschlands größte Kulturveranstaltung für Denkmalpflege“. Mehr Infos gibt es unter www.esslingen.de/denkmaltag, #DenkmaltagEsslingen, #Tagdesoffenen Denkmals, www.denkmalschutz.de oder www.tag-des-offenen-denkmals.de .