Die Statue von König Wilhelm II stand früher vor dem Stadtpalais. Foto: /Michael Steinert

Der Bezirksbeirat Mitte will die Arbeiten an zusammenhängenden Gehwegflächen vor dem Stadtmuseum für eine Verlegung der Königsstatue vor das Gebäude nutzen.

S-Mitte - König Wilhelm II ist am 9. November 1918 vor den Revolutionären aus seinem Stuttgarter Amtssitz im Wilhelmspalais nach Bebenhausen geflohen. Eine Statue erinnerte bis zum Umbau des ehemaligen Wohnsitzes des Königs in ein Stadtmuseum vor dem Gebäude an den beim Volk beliebten König. Genau so soll es dem Willen des Bezirksbeirats Mitte zufolge auch künftig sein. Das Gremium sieht eine Möglichkeit zur erneuten Verlegung im Zuge der geplanten Arbeiten an zusammenhängenden Gehwegflächen vor dem Stadtmuseum und der Landesbibliothek. Die Bezirksbeiräte wünschen sich von der Verwaltung, dass sie eine Rückkehr des Denkmals an den Standort vor dem Museum prüft. Die Statue wurde im September 2017 hinter dem Stadtpalais wieder aufgestellt. Der Museumsleiter Torben Giese erklärte den neuen Standort damals zum „schönmöglichsten“, da das Denkmal nun zentral im Garten des Stadtmuseums und damit im Zentrum aller Freiluftaktionen stehe. Außerdem sei die Königsstatue hinter dem Museum weiter entfernt von der stark befahrenen Konrad-Adenauer-Straße. Kritiker beklagten vor zwei Jahren dagegen eine „Verbannung“ des Denkmals hinter das Stadtmuseum.

Der König ging gern spazieren

Die Statue zeigt Wilhelm II mit seinen beiden Hunden. Der als volksnah geltende König ging mit seinen Spitzen gerne in der Stadt spazieren und beschenkte Kinder mit Süßigkeiten. Wilhelm II galt auch als reformfreudig und politisch tolerant. Der König führte in seiner Amtszeit eine Krankenversicherung für Dienstboten und landwirtschaftliche Arbeiter ein. Er genehmigte 1907 auch ein internationales Sozialistentreffen in Stuttgart.

Selbst die aufständischen Spartakisten verabschiedeten den letzten Regenten des Königreichs Württembergs während der Revolution 1918 am Ende des von Deutschland verlorenen Ersten Weltkriegs mit versöhnlichen Worten. Sein Sturz sei aufgrund der angestrebten Änderung der Gesellschaftsordnung unumgänglich, erklärte im Wortsinn ein Anführer des radikalen Flügels der Novemberrevolutionäre. Der Monarch verstarb zwei Jahre nach der Novemberrevolution im Jahr 1921. Viele Bewunderer hat Wilhelm II bis heute.

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