Im Generationentreff der Gemeinde Denkendorf trifft sich der Wolleclub zum Handarbeiten. Was dabei entsteht, wird zugunsten sozialer Einrichtungen verkauft. Dieses Jahr freut sich das Rote Kreuz über 3000 Euro.
Denkendorf - Auf den Tischen stapeln sich Socken, Schals, Mützen und Tücher neben Wollknäueln in zahllosen Farben. Wenn sich alle zwei Wochen der „nette kreative Wolleclub“ im Generationentreff zusammenfindet, klappern die Strick- und Häkelnadeln. Seit 2016 treffen sich Frauen dort zum gemeinsamen Handarbeiten. Was sie stricken und häkeln wird zweimal im Jahr verkauft. Vor allem der Verkauf von Socken in allen Größen und Mustern laufe hervorragend, erzählt Renate Ruoff, die fast von Anfang an zum Wolleclub gehört. Der Erlös fließt stets einem guten Zweck zu. Wer bedacht wird, bestimmt der Kreis demokratisch. Es sind immer soziale Einrichtungen in Denkendorf, das sei den Frauen wichtig, sagt Petra Kißler, die Leiterin des Generationentreffs. Das örtliche Jugendzentrum war ebenso darunter wie Kindergärten, der Reha- Verein, die Erziehungshilfestelle und der Bürgerbus. In diesem Jahr übergab Renate Ruoff 3000 Euro an die Helfer vor Ort des DRK. Auch wenn diese stolze Summe zum ersten Mal erreicht wurde, kommt jedes Jahr ein erkleckliches Sümmchen zusammen, sodass die Handarbeiterinnen bisher rund 8000 Euro spenden konnten.
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Wiltrud Gmyrek, die für die Helfer vor Ort die Spende in Empfang nahm, hatte nicht mit so viel Geld gerechnet. „Wir waren sprichwörtlich von den Socken“, erzählt sie. Das Geld soll in die Ausstattung der Fahrzeuge fließen. Immerhin kostet solch ein Einsatzwagen rund 75 000 Euro. Wie wichtig die Arbeit der Notfallhelfer ist, betonte der Bürgermeister Ralf Barth. Sieben Minuten Zeitunterschied zwischen dem Eintreffen der Ersthelfer und dem des Notarztes habe er selbst schon erlebt. „Das ist wertvolle Zeit.“
Zehn Stunden für ein paar Socken
Barth zeigte sich beeindruckt, wie viel die fleißigen Strickerinnen übers Jahr produzieren. Neben den gefragten Wollstrümpfen gehören auch Mützen, Schals, Topflappen, Taschen, Babykleidung, kleine Tierfiguren und Schlüsselanhänger mit winzig kleinen Söckchen, die als Halter für Einkaufswagen-Chips dienen, zum Sortiment. Die Wolle kommt überwiegend aus Spenden, nur selten müssen die Frauen zukaufen. So kann der gesamte Erlös dem guten Zweck zufließen, betont Ruoff. Auch ihre Zeit stellen die Frauen natürlich nicht in Rechnung: Etwa zehn Stunden benötige sie, um ein Paar Socken zu stricken, sagt Ruoff. Verkauft werden diese für 15 Euro. Auch Wiltrud Gmyrek greift öfter zu. „Ich trage die selbst gestrickten Socken gerne“, erzählt sie. „Ohne unsere vielen treuen Kunden könnten wir nicht so viel spenden“, ist Ruoff überzeugt.
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Während das Woll-Lager derzeit gut gefüllt ist, mangelt es an Handarbeiterinnen. Einige sind alters- oder krankheitsbedingt ausgeschieden. Nur rund 13 Frauen im Alter zwischen 55 und 97 Jahren greifen derzeit zu den Nadeln. „Früher waren wir schon mal 20“, weiß Ruoff. Gerne dürften deshalb weitere flinke Hände dazustoßen, betont Kißler. Wer sich dem Wolleclub anschließen möchte, muss kein Strickprofi sein. „Wir zeigen gerne, wie man Socken strickt oder Mützen häkelt“, ermutigt Ruoff. Wegen der Coronapandemie konnte sich der Wolleclub lange nicht treffen. Immer wieder war der Generationentreff geschlossen und die Frauen mussten alleine zuhause ihrem Hobby nachgehen. Doch gerade die Gemeinschaft und der Austausch sind ihnen wichtig. Auch außerhalb der Stricknachmittage halten die Frauen Kontakt. Dietlinde Ament sind die „nette Gemeinschaft und der Spaß am Stricken“ wichtig. Maria Gieß hat beim Sockenstricken das Gefühl, „ich tue was Gutes“. Gudrun Hoffmann dagegen greift lieber zur Häkelnadel. Unter ihren geschickten Fingern entstehen Babydecken, Taschen, Stulpen und Loops. Wollreste, die die Frauen nicht mehr verarbeiten können, werden nicht weggeworfen. „Die geben wir an Kindergärten zum Basteln“, erläutert Kißler.