An der Autobahnraststätte bei Denkendorf gab es Tipps gegen die Müdigkeit. Foto: Horst Rudel

Die bundesweite Aktion „Vorsicht Sekundenschlaf!“ klärt Autofahrer an der Raststätte der A 8 über die Gefahren des Dösens am Steuer. Gleichzeitig gibt es Tipps, wie man munter ans Ziel kommt.

Denkendorf - Viele Menschen unterschätzen die Gefahr von Müdigkeit am Steuer“, erklärt die Referatsleiterin der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, Sandra Demuth. Deshalb haben am Freitag erstmals Promoter mit gelben Warnwesten an der Autobahnraststätte der A 8 bei Denkendorf sowie an zehn weiteren Autobahnraststätten in ganz Deutschland im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer“ kleine Umschläge mit Informationsmaterial. Die „Erste Hilfe gegen Müdigkeit“ enthält eine Schlafbrille, eine Parkscheibe und ein Faltblatt. Letzteres klärt über Anzeichen von Übermüdung auf und gibt Empfehlungen, wie Autofahrer sich im Falle von Müdigkeit verhalten können. Unterstützt wurde die Aktion vom Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Bei einer Emnid-Umfrage wurden im Auftrag des Verkehrssicherheitsrates im Oktober 1000 Autofahrer zum Thema Müdigkeit am Steuer befragt. Dabei haben 54 Prozent aller Befragten angegeben, erst nach drei Stunden oder noch später eine Pause beim Fahren einzulegen. Ganze 17 Prozent gaben an, auch dann noch weiterzufahren, wenn sich die Müdigkeit bereits bemerkbar machte. Jeder vierte Befragte gab an, schon einmal am Steuer eingenickt zu sein. Dabei sind schon wenige Sekunden mit geschlossenen Augen hinterm Steuer äußerst gefährlich. Immerhin legt ein Auto bei einer Geschwindigkeit von einhundert Kilometern pro Stunde innerhalb von drei Sekunden eine Strecke von mehr als achtzig Meter zurück.

Ein kurzes Nickerchen kann die Müdigkeit vertreiben

Um einer Übermüdung vorzubeugen, empfiehlt der Verkehrssicherheitsrat in seinem Informationsschreiben längere Autofahrten ausgeschlafen zu beginnen. Es sei nicht empfehlenswert, nachts zu fahren, sagt Demuth. Zwar ließe sich die frühmorgendliche Fahrt zur Arbeit oft nicht vermeiden. Wer aber beispielsweise in die Ferien fahre, sollte seine Autoreise nicht abends oder nachts beginnen.

Wer lange hinterm Steuer sitzt, so ein Tipp, sollte spätestens dann eine Pause machen, wenn erste Anzeichen von Müdigkeit erkennbar werden. Anzeichen, dass man eine Pause braucht seien häufiges Gähnen, brennende Augen oder ein vermehrtes Blinzeln Anzeichen. Ein Kurzschlaf von maximal dreißig Minuten könne die Müdigkeit vertreiben. „Das hilft schon, um wieder fit zu sein“, erklärt Demuth.

Was dagegen nicht helfe, das seien Kaffee oder Energydrinks. „Das sind Mythen, das hält nicht wach.“ Auch laute Musik im Auto, offene Fenster, Kaugummi oder sich kneifen seien keine geeigneten Maßnahmen, Übermüdung entgegenzuwirken.

In der Unfallstatistik des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2015 ist Übermüdung bei lediglich 0,6 Prozent der Unfälle mit Personenschäden als Ursache angegeben. „Wir gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus“, betont Demuth.

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