Etappenziel punktgenau erreicht: Der Glasfaserausbau wurde erfolgreich abgeschlossen, was bei den Verantwortlichen für Freude sorgt. Foto: Gemeinde Denkendorf

Wer es braucht und möchte, kann in Denkendorf ab sofort auf schnelles Internet zurückgreifen. Mit dem Glasfaserausbau ist die Gemeinde praktisch durch.

Ob Online-Meetings, digitales Arbeiten oder Streamen: Heutzutage muss im weltweiten Datennetz vieles gleichzeitig und vor allem reibungslos funktionieren. Die Gemeinde Denkendorf ist dafür nun bestens aufgestellt. Rund 6700 Haushalte und Unternehmen können, so sie es wollen, Glasfaser nutzen.

 

Der Ausbau des schnellen Internets ist praktisch abgeschlossen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren wurden in drei Bauabschnitten – eigenwirtschaftlich sowie mit Förderung von Bund und Land – die Voraussetzungen für eine zukunftssichere digitale Infrastruktur geschaffen.

Auch die Albert-Schweizer-Schule hat das schnelle Internet

Die Deutsche Telekom hat im Eigenausbau für weit über 90 Prozent aller Haushalte und Betriebe im Ort Glasfaserleitungen verlegt. Zusätzlich wurden weitere 90 Adressen in den Gewerbegebieten Heerweg und Aicher Brühl sowie die Albert-Schweizer-Schule im geförderten Ausbau an das nunmehr gut 27 Kilometer lange Glasfasernetz angeschlossen.

„Für Denkendorf ist das ein Quantensprung. Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist heute ein entscheidender Standortvorteil“, freute sich Bürgermeister Ralf Barth. Sabine Wittlinger von der Deutschen Telekom ergänzte: Denkendorf ist jetzt nahezu vollständig versorgt. Mehr als 90 Prozent Ausbauquote sind ein starkes Ergebnis“, sagte sie, sieht aber noch weiteres Potenzial.

Denkendorf nutzt Fördermittel konsequenter als andere Kommunen

Auch Matthias Gauger von der Gigabit Region Stuttgart, unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Rund 80 Prozent der Ausbauleistung wurden eigenwirtschaftlich durch die Telekom erbracht. Denkendorf hat Fördermittel konsequent eingesetzt – andere Kommunen geben sie zurück, hier wurde umgesetzt.“

Katharina Manthey vom Innenministerium Baden-Württemberg ergänzte: „Schnelle und zuverlässige Internetverbindungen sind die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Teilhabe. Denkendorf zeigt, dass der Sinn des Glasfaserausbaus verstanden wurde.“

Musolf: Einer alleine hat es am Markt schwer

Gefeiert wurde der Projektabschluss bei der Grammlich Industriemontage GmbH, die an ihrem Standort in Denkendorf – und nur dort – künftig Glasfaser nutzen kann. „Der Anschluss ist für uns ein Game-Changer“, betonte Geschäftsführer Silas Grammlich. Große Datenmengen übertragen zu können, „ist für unsere kundenindividuellen Lösungen unverzichtbar“, fügte er hinzu.

In seiner Funktion als Vorsitzender des Zweckverbands Breitbandversorgung Landkreis Esslingen (ZVBV), sprach Landrat Marcel Musolf von einem „Termin der Freude“. Eine Kommune alleine hätte es am Markt schwer. „Gemeinsam mit 44 Kommunen im Kreis schaffen wir es aber, Gehör zu finden.“

Ausbauquote im Kreis Esslingen liegt bei rund 40 Prozent

Auf dem Erfolg werde sich der ZVBV indes nicht ausruhen, versicherte dessen Geschäftsführer Markus Grupp unserer Zeitung gegenüber: „Wir hatten hohe Ziele und sind auch gut vorangekommen. Kreisweit liegt die Ausbauquote bei rund 40 Prozent.“ Dass die bis Ende 2025 vorgesehene Marke von 50 Prozent nicht erreicht werden konnte, begründet Grupp zum einen mit dem Preisanstieg in der Baubranche, aber mehr noch mit den Insolvenzen mehrerer beauftragter Unternehmen und Bauträger. „Davon waren und sind etliche Kommunen betroffen“, ergänzte er.

Gleichwohl ist Grupp zuversichtlich, dass das 90-Prozent-Ziel, das sich der ZVBV bis zum Jahr 2030 gesetzt habe, erreicht werde. „Es geht jetzt überall wieder voran und wenn wir bedenken, dass wir beim Ausbau 2019 bei nur einem Prozent lagen, ist das schon ein toller Erfolg.“