Der zweikampfstarke Denis Zagaria (re.) geht immer mit vollem Einsatz zur Sache: Hier gegen Mohamad Awata, einem Testspieler von Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach. Foto: Baumann

Wenn er spielt, gibt das der Abwehr der Stuttgarter Kickers Sicherheit. Denis Zagaria ist einer der wertvollsten Spieler im Kader des Oberligisten. Um seine Leistung abzurufen, braucht der AC-Mailand-Fan das entsprechende Umfeld.

Stuttgart - 14. November? Bei diesem Datum muss Denis Zagaria nicht lange überlegen. Da kommt es in der Fußball-Oberliga zum Duell Stuttgarter Kickers gegen SGV Freiberg. „Natürlich habe ich diesen Termin fest in meinem Kopf“, sagt der Abwehrchef der Blauen. Es ist ja auch nicht nur das Spiel der beiden Aufstiegs-Top-Favoriten, es wird für Denis Zagaria auch eine Reise in seine fußballerische Vergangenheit. In der D-Jugend ist er vom FC Marbach nach Freiberg gewechselt. Bis zu seinem Wechsel im vergangenen Sommer zu den Blauen und ein paar Wochen zu Beginn der Saison 2014/15 beim VfB Stuttgart II war er stets für den SGV am Ball. „Ich werde Freiberg auch immer im Herzen tragen“, sagt der 27-Jährige ganz offen.

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Bis es aber zu diesem Showdown kommt, stehen noch ein paar andere Hürden für ihn und die Kickers an. Bereits an diesem Mittwoch (19 Uhr) geht es im WFV-Pokal-Viertelfinale gegen Oberligarivale FV Ravensburg, am Samstag (14 Uhr/ebenfalls Gazi-Stadion) dann gegen den Tabellendritten FC Nöttingen – jeweils vor 500 Zuschauern. „Wir haben ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Stimmung ist super, das Selbstvertrauen da“, sagt Zagaria nach dem 8:0-Kantersieg beim Aufsteiger 1. FC Bruchsal. Da war Zagaria nach seiner auf zwei Spiele verkürzten Rot-Sperre wieder dabei. Und gab der Kickers-Abwehr Halt. „Wenn Denis dabei ist, gibt das Stabilität und auch den anderen Spielern Sicherheit“, hat der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht festgestellt.

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Zagaria ist ein Typ Straßenfußballer, ball- und passsicher, technisch versiert, dazu zweikampf- und kopfballstark. „Denis ist ein kompletter Fußballer, hat eine top Spieleröffnung mit punktgenauen Diagonalbällen“, schwärmt Trainer Ramon Gehrmann. In der Dreier-Abwehrkette ist er damit der ideale Mann im Zentrum. Der Coach kennt Zagaria schon sehr lange. Unter ihm debütierte der Mann mit den italienischen Wurzeln als 17-Jähriger bei den Aktiven des SGV Freiberg. „Ich habe Ramon alles zu verdanken“, betont Zagaria. Der Kickers-Coach nennt den glühenden Fan des AC Mailand „Baresi“, weil Zagaria „genauso mit Herz spielt und trainiert“ (Gehrmann) wie die vereinstreue Milan-Libero-Legende Franco Baresi.

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Denis Zagaria benötigt ein familiäres Umfeld und einen Trainer, der auf ihn setzt. Bei seinem Wechsel vor gut sechs Jahren zum VfB Stuttgart II fand er das offenbar nicht vor. Nach knapp zwei Monaten war er wieder zurück beim SGV Freiberg. Wobei Zagaria dem damaligen VfB-II-Trainer Jürgen Kramny keine Schuld gibt. „Ich war noch ganz jung, hatte keinen Führerschein, musste um 6 Uhr aufstehen, mit der Bahn hin- und zurück, das machte mein Körper und mein Kopf damals nicht mit“, erklärt der Defensiv-Allrounder, der auch auf der Sechser-Position spielen kann und in der Jugend auf der Zehn zum Einsatz kam.

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Inzwischen ist Zagaria gereift und fühlt sich in absoluter Topform. Neben dem Fußball hat er neuerdings einen Mini-Job begonnen in der Firma von Kickers-Präsidiumsmitglied Jürgen Kindler. Zagaria: „Mir gefällt das professionelle Umfeld bei den Kickers und natürlich die Unterstützung der tollen Fans.“ Die erhofft er sich auch am 14. November. Wenn es zum Spitzenduell gegen den SGV Freiberg kommt.

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