Die Bewegung gegen Stuttgart 21 – die Mutter aller Großdemos in Stuttgart, zumindest derer des letzten Jahrzehnts. Von nur wenigen Teilnehmern wuchs der Protest gegen das Mammut-Bauprojekt auf bis zu zigtausende Demonstranten an, nie gingen in Stuttgart mehr Menschen für eine Sache auf die Straße. Die Bewegung ist kleiner geworden, aber es gibt sie noch immer. Was man ... Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Eine Dekade neigt sich dem Ende zu. Eine Dekade, in der Stuttgart tausende Male Ort des Protests geworden ist. Wir werfen einen Blick zurück auf die wichtigsten Bewegungen im Kessel, die öffentlichkeitswirksam für ihre Sache gestritten haben.

Stuttgart - Stuttgart ist Protesthauptstadt. Zumindest in Baden-Württemberg, die Polizei ächzt unter der immer weiter steigenden Einsatzbelastung, da die Stuttgarter nicht müde werden, für ihre Interessen auf die Straßen zu gehen. Manche, die heute auf ganz anderen Demos unterwegs sind, meinen, das hätten sie bei den Protesten gegen Stuttgart 21 gelernt.

Tatsächlich sind es in den vergangenen Jahren immer mehr Demos geworden, die den Handel verärgern, die Verwaltung beschäftigen, den Verkehr lahmlegen. Wurden laut Ordnungsamt 2009 in Stuttgart noch 586 Demos angemeldet, zählte die Behörde im Jahr 2018 stolze 1467 angemeldete Versammlungen, fast drei Mal so viele – Spontankundgebungen nicht eingerechnet.

Oft widerstreitende Themen

Andererseits ist das politische Engagement der Stuttgarter bemerkenswert, öffentlicher Druck hat selten geschadet, wenn es darum ging, die Politik zum Handeln zu bewegen. Und ein bisschen stolz auf ihren zivilen Ungehorsam sind viele Stuttgarter ja sowieso.

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Die Themen könnten vielseitiger kaum sein und widerstreiten einander häufig: Gegen Stuttgart 21, für Stuttgart 21, für mehr Rechte für sexuelle Minderheiten und gegen gleichgeschlechtliche Ehen, gegen Diesel-Fahrverbote und für eine autofreie Innenstadt. Insgesamt scheinen politisch eher linke Themen in Stuttgart aber deutlich mehr Menschen auf die Straßen zu ziehen als konservative oder rechte Ideen.

Da man bei den vielen Protestbewegungen in Stuttgart schnell den Überblick verlieren kann, stellen wir diejenigen, die in der letzten Dekade für das größte Aufsehen gesorgt hatten, noch mal kurz vor. Manche sind noch aktiv; andere scheinen bekommen zu haben, was sie wollen – oder aufgegeben zu haben.

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