Rund 100 Menschen haben sich am Dienstagabend auf dem Hans-Scharoun-Platz eingefunden, um zu zeigen, dass die Flüchtlinge auch in Rot willkommen sind. Foto: Torsten Ströbele

Kein Platz für Rassismus: Nachdem Wände und Schaufenster im Stadtteil Rot mit rassistischen Äußerungen beschmiert wurden, haben die Jusos reagiert und eine Menschenkette gebildet.

Stuttgart-Zuffenhausen - Mehr als 100 Menschen sind am Dienstagabend dem Aufruf der Jusos Zuffenhausen/Rot gefolgt, auf dem Hans-Scharoun-Platz ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Unbekannte hatten in der Nacht zum Montag mehrere Hauswände, Schaufenster und eine Litfaßsäule an der Schozacher, Haldenrain- und Sontheimer Straße mit rassistischen Schmierereien versehen. Spontan hatte der Juso-Vorsitzende Engin Sanli per E-Mail und via Facebook zu einer Menschenkette in die Roter Ortsmitte geladen. Gekommen waren zahlreiche Ehrenamtliche aus den Zuffenhäuser Flüchtlingsfreundeskreisen an der Zazenhäuser und Gottfried-Keller-Straße. Aber auch der Sprecher der freiwilligen Helfer aus Feuerbach, Wolf-Dieter Dorn, war mit einigen Mitstreitern zum Hans-Scharoun-Platz gekommen, ebenso die Staatssekretärin im Kultusministerium Marion von Wartenberg. „Hakenkreuz-Schmierereien haben hier keinen Platz“, sagte die Sozialdemokratin. Solange Menschen verfolgt würden, müsse man dafür sorgen, dass sie Zuflucht finden und willkommen geheißen würden. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, betonte Engin Sanli. Man wolle den Rassisten, ihren Parolen und Schmierereien keinen Platz geben. Egal, wie viele Menschen aus prekären und schwierigen Verhältnissen noch nach Deutschland kämen: Man müsse gemeinsam füreinander da sein.

Am Ende der friedlichen Demonstration wurde mit Taschenlampen und Transparenten ein sichtbares Signal gegen Rassismus und Antisemitismus gesetzt.

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