Vertreter des Bündnisses, das für eine Verkehrswende eintritt Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Ein Bündnis an Umwelt- und Klimaaktivisten will den hochkarätig besetzten „Automobilgipfel“ im Porsche-Museum stören. Eine Demo ist angemeldet. Einige Teilnehmer wollen auch zum Mittel des zivilen Ungehorsams greifen.

Stuttgart - In den ersten Feinstaubalarm der Saison fällt eine groß angelegte Demo diverser Klima- und Umweltschutzinstitutionen und Gegner der aktuellen Verkehrspolitik. Am Freitag, 25. Oktober, will das Bündnis, bestehend aus Attac, der BI Neckartor, den Anstiftern, Ende Gelände, Fridays for Future, Freifahren, dem Verein Fuss, dem Klima- und Umweltbündnis (KUS), dem Landesnaturschutzverband, den Naturfreunden, Platz da!, SÖS und dem VCD-Kreisverband vor dem Porsche-Museum in Zuffenhausen auflaufen. Dort tagen die obersten Chefs der Automobilindustrie. Das Handelsblatt richtet den Automobilgipfel aus.

Dass es etwa um die Frage gehen soll, „bleibt der Fahrspaß zukünftig auf der Strecke?“, empfindet Jonathan Heckert von Fridays for Future als „Hohn und Spott für unsere einjährige Arbeit“. Mit den Top-Managern von Daimler, Porsche, Opel, BMW und Co., die auf der Gästeliste stehen, will man gar nicht ins Gespräch kommen, wie am Dienstag betont wurde. „Bei den Leuten, die den Kongress besuchen, werden wir keine Nachdenklichkeit erzeugen“, sagte Joseph Michl vom Landesnaturschutzverband. Stattdessen wolle man die Öffentlichkeit auf „gesellschaftliche Widersprüche“ stoßen. Die Automobilkonzerne seien Mitverursacher der Klimakrise. Joseph Michl sprach von einem „Kartell der Klimakiller“ und meinte damit „Absprachen, wie geltende Gesetze auszuhebeln“ sind.

Initiative ruft zu kollektivem Schwarzfahren auf

Vor allem die „Straßenpanzer“, die SUVs, sind bei ihm und seinen Mitstreitern wegen ihrer „Übermotorisierung“ in Ungnade gefallen, aber „unserer Meinung nach sind E-Autos auch kein Beitrag zur Lösung“, sagte Michl und betonte: „Was wir vorhaben, ist klar die Verkehrswende.“ Manfred Niess von KUS sagte angesichts des Klimawandels: „Wir haben ganz, ganz wenig Zeit.“ In Baden-Württemberg gingen 30 Prozent der Treibhausgas-Emissionen auf den Autoverkehr zurück. Die Zahl nennt auch das Statistische Landesamt.

Angemeldet haben die Veranstalter 250 Personen. Treffen wollen sich die Demonstranten am Freitag um 13 Uhr am Bahnhof in Zuffenhausen, um dann im Pulk zum Museum zu ziehen. Bei einer Kundgebung soll unter anderem Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe sprechen. Für einige Teilnehmer gehört ziviler Ungehorsam zum Programm. Andrea Schmidt von der Initiative Freifahren, die für kostenlosen ÖPNV wirbt, ruft zu kollektivem Schwarzfahren vom Hauptbahnhof nach Zuffenhausen auf. Und die Gruppe Kesselbambule will „die Eingänge zum Museum blockieren, damit die Dinosaurier drinbleiben“, so Paula Bär.

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