Die Initiative will neue, progressive und fortschrittliche Wege im Umgang mit Cannabis gehen. Foto: dpa

Die neu gegründete Initiative „Sindelfingen zieht’s durch“ demonstriert am Samstag für die Cannabisfreigabe. Die Organisatoren finden, dass die bisherige Drogenpolitik ein Stück weit verfehlt ist.

Böblingen - Unter dem Motto „Bernd, gib das Hanf frei!“ ruft die neu gegründete Initiative „Sindelfingen zieht’s durch“ zu einer Demonstration in der Stadt auf. Ihre Forderung: ein Modellprojekt zur kontrollierten Cannabisfreigabe. Die Initiative wird unter anderem von den Jungen Liberalen und den Jusos im Kreis Böblingen unterstützt. „Die bisherige Drogenpolitik war ein Stück weit verfehlt“, erklärt Maximilian Reinhardt vom Kreisvorstand der Jungen Liberalen. Nach Ansicht des 18-jährigen Jurastudenten sollen stattdessen neue, progressive und fortschrittliche Wege beschritten werden.

Herr Reinhardt, wollen Sie aus Sindelfingen Amsterdam machen?

Die Frage ist ebenso plakativ wie unser Motto „Bernd, gib das Hanf frei!“. Wir wollen mit unserer Initiative aber nicht die Kifferromantik befördern. Unser Ziel ist es, mit der Forderung nach einem kommunalen Modellprojekt die Cannabisfreigabe auf ein sachliches Niveau zu heben.

Warum ausgerechnet in Sindelfingen? Gibt es eine große Kifferszene in der Stadt?

Solche Modellprojekte hat es schon in Düsseldorf, Hamburg oder Berlin gegeben. Wir stellen uns eben ein ideales Sindelfingen vor: eine moderne und innovative Stadt, die sich nicht scheut, neue Wege zu beschreiten. Wir wünschen uns eine Haltung der Fortschrittlichkeit. In der Drogenpolitik finden wir das ganz besondern wichtig. Ob es eine große Kifferszene gibt, dazu haben wir keine Erfahrung. Wir sind keine Kiffer. Wir haben eine politische Intention.

Warum in diesem Bereich?

Die bisherige Drogenpolitik war ein Stück weit verfehlt. Sie hat nicht dazu geführt, die Zahl der Konsumenten zu verringern, sondern zu einem florierenden Schwarzmarkt. Und sie hat den kleinen Kiffer kriminalisiert. Mit einer kontrollierten Freigabe würde man dieser Entwicklung entgegentreten. Wie das Feierabendbier sollte auch der Feierabendjoint straffrei sein. Damit würde der Schwarzmarkt ausgetrocknet. Die Besteuerung von Cannabis würde Geld bringen, das in den Jugendschutz und die Vorbeugung investiert werden könnte.

Rechnen Sie mit Erfolg?

Wir sehen es als Erfolg an, wenn wir im Rathaus einen Denkprozess zu dem Thema und in der Stadt eine Debatte über den liberalen Umgang mit Cannabis anstoßen.

Treffpunkt: Der erste Sindelfinger Marijuana March findet am Samstag, 22. September, um 15 Uhr statt. Der Treffpunkt ist am Marktplatz.

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