Die Demonstranten hatten für den Autoverkehr nicht viel übrig. Foto: Leif Piechowski/Leif Piechowski

Autostadt Stuttgart? Nicht für das Bündnis, das am Freitag für eine konsequente Verkehrswende demonstriert hat. Es wurde gar die Einstellung der Produktion des Verbrennungsmotors gefordert.

Stuttgart - Unter dem Motto „Stadt für Menschen statt für Autos“ haben am Freitag rund 150 Bürger für eine konsequente Verkehrswende demonstriert. An der Dorotheenstraße, direkt vor dem Verkehrsministerium, forderten sie eine verkehrsgerechte Stadt, die auf Fußgänger, Radfahrer und Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs ausgerichtet ist. Die Demo fand im Rahmen der Europäischen Mobilitätswochen statt, aufgerufen hatten unter anderem die Fußgänger-Interessenvertretung Fuss e.V., der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der ADFC, Greenpeace und Die Anstifter.

Deren Vertreter Michael Seehoff forderte die Einstellung der Produktion von Autos mit Verbrennermotor. In der Klimafrage stehe die Uhr auf 5 Minuten vor 12, so Seehoff. Klimabewusstsein zeigten die Veranstalter selbst: sie entschieden sich dafür, die als Rednerin vorgesehene stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Barbara Metz, nicht für eine zehnminütige Rede aus Berlin anreisen zu lassen und ihren CO2-Fußabdruck zu vergrößern.

Beispiel an Paris nehmen

Stattdessen verlas Friederike Votteler von Fuss e.V. Metz´ Rede. Darin geißelte sie die angebliche „Flut an SUV“ auf Deutschlands Straßen. Was die Autobauer produzierten komme einer Kriegserklärung an den Klimaschutz gleich, so Votteler. In den Städten müsse man die Anzahl der PKW halbieren. Ähnlich äußerte sich der Gemeinde- und Regionalrat Christoph Ozasek (Die Linke). Ohne massiven Druck der EU werde man in Sachen Klimawende nicht zum Ziel kommen.

Ozasek sprach sich für eine „Klima-Prämisse“ aus, derzufolge sich jede politische Entscheidung nach der Frage bemessen soll, ob sie mit dem Klimaschutz vereinbar sei. Stuttgart müsse die Mobilitätswende kraftvoller vorantreiben und sich Städte wie Paris zum Beispiel nehmen, dessen Bürgermeisterin Anne Hidalgo die Stadt ökologisch neu erfinde, oder London, wo derzeit die größte Fußgängerzone Europas entstehe.

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