Christel Currle und Andrea Gehrlach reden von Frau zu Frau. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Am Samstag dreht sich in der Phoenixhalle im Römerkastell alles um gute Tropfen aus der Region: Zum 15. Mal findet die Degustation „Stuttgarts beste Weine“ statt.

Stuttgart - Sie ist noch eine Seltenheit, zumindest in Stuttgart. Christel Currle leitet als Frau ein Weingut. „Allein unter Männern“, schmunzelte sie, als Andrea Gehrlach, Prokuristin der Stuttgart Marketing GmbH und Leiterin des Weinbaumuseums, sie augenzwinkernd vorstellte: „Jedes Jahr sind wir bei einem anderen Winzer. Dieses Mal wollten wir von Frau zu Frau reden!“ Auf das Wein- und Sektgut der Wengerterin in Uhlbach hatte Stuttgart Marketing geladen, um über das zu reden, was am Samstag in der Phoenixhalle im Römerkastell stattfindet: die 15. Weindegustation „Stuttgarts beste Weine“. Was 2002 klein im Kunstgebäude am Schlossplatz begann, ist längst eine ansehnliche Veranstaltung. „Die Weinmacher wollten damals das Thema Stuttgart und Wein besser an die Öffentlichkeit bringen, wir waren gleich dabei – elf Weinmacher schenkten zunächst 41 Weine aus“, erinnert sich Gehrlach. „Zur 15. Auflage sind es 35 Weingüter, die 112 ihrer besten Tropfen zum Verkosten präsentieren.“ Dabei auf dem historischen Gelände des Römerkastells sind 15 Weinmacher aus der Region Stuttgart, acht aus dem Remstal, zwei aus Esslingen, acht VDP Prädikatsweingüter sowie zwei Gäste aus dem Bottwartal: das Schlossgut Hohenbeilstein sowie das Weingut Sankt Annagarten. „Die Weingüter sind die Creme de la Creme, viele Preisträger sind darunter“, so Gehrlach. In diesem Jahr wurden etwa die Weinmanufaktur Untertürkheim und das Weingut Karl Haidle mit dem Deutschen Rotweinpreis ausgezeichnet. Das Weinfactum Bad Cannstatt erhielt den internationalen Weinpreis Mundus Vini.

Fünf Weine unterschiedlicher Wengerter

Bei der Degustation können bis zu fünf Weine aus vergangenen Jahrgängen probiert werden, zudem stellt das Weinbaumuseum auf einem Thementisch zwei Weinsorten in den Mittelpunkt: Sauvignon Blanc und Spätburgunder. Dort werden fünf Weine unterschiedlicher Wengerter ausgeschenkt. Den Besucher erwarte bei einige Premieren, so Gehrlach, Christel Currle präsentiert etwa erstmals den Topjahrgang 2016, einen Lemberger aus dem Barrique sowie einen Merlot. „’Stuttgarts beste Weine’ ist ein Pflichttermin“, so die Wengerterin. Dabei gehe es weniger um den Verkauf, sondern darum, sich und das Portfolio dem Publikum vorzustellen. Dass die Veranstaltung „wirke“, spüren sie an den Wochenenden danach, wenn die Besucher nach Uhlbach kämen und kauften.

Rund 900 Besucher werden erwartet

Currle gehört zu jenen Weinmachern, die von Anfang an bei „Stuttgarts beste Weine“ mitmachten, wie etwa die Weinmanufaktur, das Weinfactum, Collegium Wirtemberg, Weingut der Stadt Stuttgart sowie die Weingüter Zaiß. Damit die Besucher auch den Überblick behalten, haben die Veranstalter von Stuttgart Marketing eine Broschüre aufgelegt, in denen die einzelnen Weingüter vorgestellt werden und die Weine nach Rebsorten gelistet sind. Damit die Fans von Merlot, Chardonnay oder anderem gleich ihre Lieblinge finden könnten, erklärte Gehrlach. „Wer an Stuttgart denkt, der denkt erst an Autos und die Automobilmuseen. Aber dass sie teilweise von Weingärten umgeben sind, fällt erst auf den zweiten Blick auf. Die Konstellation aus Auto, Wein und wunderbarer Landschaft ist in Stuttgart einmalig.“ Das merkten zunehmend die Touristen oder Geschäftsreisenden, viele buchten noch Weintouren. Auch „Stuttgarts beste Weine“, auf der rund 900 Besucher erwartet werden, habe ein zunehmend jüngeres und internationaleres Publikum. Christel Currle bestätigt: „Man sollte des Englischen mächtig sein.“

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