Die Stadt hat die Wellenpläne abgelehnt – die Befürworter kämpfen weiter. Foto: Neckarwelle e. V.

Die Stadtverwaltung hat die angestrebte Neckarwelle für Surfer und Kajakfahrer für nicht genehmigungsfähig erklärt. Im Wasser gebe es zu viele Gesundheitsgefahren. Das bringt zwei Fraktionen auf die Palme.

Stuttgart - Die Absage der in Untertürkheim angedachten Neckarwelle durch die Stadt wegen zu schlechter Wasserqualität für die Surfer hat eine Reihe von Protesten ausgelöst.

Die CDU-Gemeinderatsfraktion findet den Zustand nicht akzeptabel. Er sei ein Schlag ins Gesicht für viele Stuttgarter, die sich seit langem für einen erlebbaren Neckar stark gemacht hätten, erklärte Fraktionschef Alexander Kotz. Mit dieser Erlebbarkeit stehe und falle auch das angestrebte Ziel des Rathauses, Stuttgart mehr zur „Stadt am Fluss“ zu machen.

Die CDU forderte Oberbürgermeister Fritz Kuhn sowie den Bau- und Umweltbürgermeister Peter Pätzold (beide Grüne) auf, mit den flussaufwärts gelegenen Anrainerkommunen schleunigst eine Strategie für bessere Wasserqualität zu entwickeln. Damit die Menschen den Fluss erleben könnten, müsse dieser – „ in welcher Art und Weise auch immer“ – abschnittsweise für den Freizeitbetrieb freigegeben werden. Alleine das Bekenntnis zum Fluss reiche nicht mehr aus, und allein könne Stuttgart das Problem auch nicht lösen.

Der Verein Neckarwelle denkt nicht ans Aufgeben

Die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus meint ebenfalls, zu einer Stadt am Fluss gehöre auch, dass man im Fluss schwimmen, surfen oder sonstigen Wassersport betreiben könne. Die Vision einer „Stadt am Fluss“ bleibe ein hohles Versprechen, solange die Wasserqualität des Neckars nicht deutlich verbessert werde. Die Riege von SÖS/Linke-plus hat hier weitere Maßnahmenpakete zur Aufbereitung von Abwasser im Sinn, ein Verbot des Gülleausbringens auf landwirtschaftlichen Flächen und wie die CDU ein abgestimmtes Vorgehen aller am Neckar liegenden Kommunen.

Die Stadtverwaltung hatte am Donnerstag den Vertretern des Vereins Neckarwelle erläutert, dass sie das Vorhaben bei allem Wohlwollen derzeit für nicht genehmigungsfähig hält – wegen gesundheitlicher Bedenken hinsichtlich eines erhöhten und dauerhaften Aufkommens an Fäkalien und Krankheitserregern im Wasser.

Der Verein nahm das zur Kenntnis, gab danach aber das Vorhaben nicht auf, das vom Bezirksbeirat Untertürkheim und zahlreichen Stuttgartern unterstützt wird. Er erwägt nun, einen förmlichen Antrag auf Genehmigung zu stellen und auszuloten, ob die Genehmigung nicht doch durchsetzbar ist.

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