Der Expressbus zwischen Bad Cannstatt und der City ist umstritten. Ein TV-Beitrag auf RTL prangerte den Pilotversuch als Steuergeldverschwendung an. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Verulkung der X-1-Schnellbuslinie im RTL-Boulevardmagazin Stern TV nimmt man im Stuttgarter Rathaus mit Gelassenheit zur Kenntnis. Eine Bilanz des Pilotversuchs werde man in erst nach zwei Jahren ziehen, eine Weiterentwicklung der Buslinie sei aber angedacht.

Stuttgart - (bra). Die Stadt hat gelassen auf einen Beitrag des RTL-Magazins Stern TV vom Mittwoch reagiert, in dem die Expressbuslinie X 1 zwischen der City und Bad Cannstatt als ein Fall von Steuergeldverschwendung verulkt worden war. Der Moderator hatte den gelb-schwarz gefleckten Bus unter anderem als „Stretchlimousine“ und als „Gepard“ charakterisiert, in dem für teures Geld Luft von A nach B transportiert werde.

„Wir verfolgen die breite Debatte um den X-1-Bus. Einzelne journalistische Beiträge kommentieren wir nicht“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt zu dem Beitrag. Man habe die Journalisten von Stern TV bei der Recherche unterstützt: Michael Münter, Chef der bei OB Fritz Kuhn (Grüne) angesiedelten Stabsstelle für strategische Planung und zuständige für das Thema nachhaltige Mobilität, habe dem Team eine Stunde lang Rede und Antwort gestanden und die Sinnhaftigkeit des Pilotversuchs geschildert, der vom Gemeinderat mit breiter Mehrheit beschlossen wurde.

Weiterentwicklung der Buslinie im Gespräch

Münter habe etwa darauf verwiesen, dass der Bus S-Bahnen und Stadtbahnen entlasten soll, gerade auch in der Übergangszeit bis zum geplanten Einsatz von 80-Meter- Stadtbahnen. Zudem sei eine Weiterentwicklung der Buslinie im Gespräch. Die Stadt lässt sich jedenfalls von dem TV-Beitrag nicht beirren: „Ein Fazit des Pilotprojekts ziehen wir nach zwei Jahren – und nicht nach einem Viertel der Strecke.“ An der Buslinie gibt es seit geraumer Zeit Kritik wegen zu geringer Auslastung. SSB-Vorstand Wolfgang Arnold hatte im Dezember vergangenen Jahres die Zahl der Fahrgäste mit 2500 Personen pro Tag beziffert und von einem „beachtlichen Wert“ gesprochen.

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