Die Felder jenseits der Bahnlinie sollen Gewerbegebiet werden. Foto: Horst Rudel

Anwohner im Filstal sehen sich geplagt von Lärm und Verkehr. Beides wird beim Bau des geplanten Gewerbeparks Fils zunehmen, fürchten sie.

Uhingen - Auf unerwartet großes Interesse der Bürgerinnen und Bürger ist die Sitzung des Ortschaftsrats Nassachtal-Diegelsberg, zweier Uhinger Teilorte, gestoßen. Die Beratungen zum geplanten Gewerbepark Fils hatten rund hundert Besucher in das evangelische Gemeindehaus in Nassachmühle geführt – und sie hatten viele Fragen an den Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger.

Im Mai soll eine Informationsveranstaltung stattfinden

Die Fragen zu Kosten und Nutzen des rund zwölf Hektar groß geplanten Parks und die zu erwartenden Belastungen durch Lärm und zusätzlichen Verkehr haben die Debatte bestimmt, sagte Annette Pilz von der Bürgerinitiative „Kein Gewerbepark Fils“. Die beiden Städte Ebersbach und Uhingen planen dieses interkommunale Gewerbegebiet in Verlängerung des Ebersbacher Industriegebiets Strut. Bei der Sitzung am Dienstag habe Wittlinger Informationen an die zuständigen Ortschaftsräte angekündigt. Konkrete Fragen, beispielsweise zu der zu erwartenden Verkehrsbelastung durch den Gewerbepark, seien vom Verwaltungschef aber nicht beantwortet worden. „Der Bürgermeister war schlecht vorbereitet“, monierte Pilz. Für eine Stellungnahme war Matthias Wittlinger bis zum Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Eine erneute Bürgerinformationsveranstaltung soll offenbar im Mai stattfinden.

Im Juli vergangenen Jahres hatten die beiden Kommunen den Zweckverband Gewerbepark Fils gegründet, um das interkommunale Gewerbegebiet in Angriff zu nehmen. Mit dem Baubeginn sei frühestens Ende 2019 zu rechnen, hieß es bei der ersten Bürgerinformation 2017.

Die Bürgerinitiative fühlt sich veräppelt

Seither habe es keine neueren Informationen aus dem Rathaus für die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand gegeben, kritisierte Pilz. Die Informationen für ihr Flugblatt habe die Bürgerinitiative aus einer Sitzungsvorlage des Regionalverbandes und aus den Internetauftritten der beiden Kommunen zusammengetragen. Ihre Gruppierung habe mehrfach den Bürgermeister Wittlinger angeschrieben und um die Beantwortung von Fragen gebeten – allerdings ohne Erfolg. „Nun fühlen wir uns veräppelt“, sagte Pilz. Ähnlich vage seien Wittlingers Aussagen bei einem Gespräch mit anderen Vertretern der Bürgerinitiative im Dezember geblieben.

Anwohner sorgen sich wegen Lärm und Verkehr

Zum Thema Verkehr rechnet die Bürgerinitiative ihrerseits mit mindestens 1500 Fahrzeugen täglich, sollten sich im Gewerbepark beispielsweise auch verkehrsträchtige Logistikunternehmen ansiedeln. Das würde nicht nur den jetzt schon zu Stoßzeiten oft verstopften Anschluss in Richtung B 10 zusätzlich belasten. Pilz rechnet außerdem mit mehr Unfällen an der viel befahrenen Kreuzung. Mehr Fahrzeuge brächten außerdem mehr Schadstoffe und mehr Lärm, erklärte Pilz. Schon jetzt seien die Anwohner im Filstal geplagt vom Lärm der Bundesstraße und der Bahnlinie, zumal Schallschutz am Hang nicht zu haben sei.

Sorgen machen sich offenbar auch die Anwohner des benachbarten Nassachtals, die angesichts der schmalen Tallage meist dicht an der viel befahrenen Landesstraße 1152 wohnen. Seit diese Schurwaldroute saniert wurde, habe vor allem der Schwerverkehr zugenommen, lautet ein Vorwurf, eine weitere Zunahme des Lastwagenverkehrs werde nun befürchtet. Die Bürgerinitiative rechnet außerdem mit Pendlerverkehr durch künftige Beschäftigte des Gewerbeparks und Lieferverkehr über die schmale und stellenweise marode Kreisstraße 1412, die durch den Ortsteil Diegelsberg führt.

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