Die Freien Wähler wollen den Straßburger Platz nach Manfred Rommel benennen. Foto: dpa

Die vierköpfige Fraktion der Freien Wähler im Stuttgarter Rathaus hat als erste einen konkreten Vorschlag für einen Manfred-Rommel-Platz gemacht. Die Union schließt sich diesem nach langem Zögern nun an.

Stuttgart - Die CDU-Fraktion im Rathaus gibt ihre bisherige ablehnende Haltung zur Benennung einer Straße oder eines Platzes in der Stadt nach dem vor vier Jahren verstorbenen Alt-OB Manfred Rommel auf. Fraktionschef Alexander Kotz, der bislang die Namensgebung des Flughafens nach Rommel sowie ein gleichnamiges städtisches Stipendium im Gedenken an den populären Rathauschef für ausreichend und angemessen erachtet hatte, erklärte am Donnerstag: „Nicht ganz treffsicher habe ich die Stimmung aufgenommen, dass die Öffentlichkeit zusätzlich auch eine Straße oder einen Platz mit dem Namen des früheren Oberbürgermeistes wünscht.“

Noch am Tag zuvor hatten altgediente Parteifreunde Kotz attestiert, er habe in dieser Frage ohne politisches Gespür agiert. „Knapp vorbei ist auch daneben“, kommentierte einer der Kritiker nun Kotz’ relativierende Äußerungen.

Wie zuvor schon die Freien Wähler fordert nun auch die CDU die Namensgebung für einen Platz, der „in der städtebaulicher Hinsicht von Bedeutung ist und eine gewisse Passgenauigkeit zu Manfred Rommel aufweist“, so Kotz . Die Rede ist vom noch nicht existierenden Straßburger Platz, der dereinst das Dach des S-21-Tiefbahnhofs zieren soll. Der Ort sei durch seine zentrale Lage genau der richtige, schreiben die Freien Wähler in einem Antrag an die Verwaltung. Zudem sei Rommel ein überzeugter Befürworter und Förderer des Bahnprojekts Stuttgart 21 gewesen. Die Benennung füge sich zudem gut in die Umgebung ein: Mit dem Arnulf-Klett-Platz, dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz, dem Gebhard-Müller-Platz und der Willy-Brandt-Straße gibt es dort bereits einige nach verstorbenen Politikern benannte Orte.

Platz könnte frühestens 2023 eingeweiht werden

Die CDU hat sich diesem Vorschlag nun angeschlossen. Zuvor hatten zahlreiche altgediente Parteimitglieder ihre Unterstützung für die vom ehemaligen Rommel-Vize Klaus Lang initiierte Initiative erklärt. Zuletzt hatte sich Rommels Nachfolger, Alt-OB Wolfgang Schuster, Langs Begehren angeschlossen: „Manfred Rommel war eine herausragende Persönlichkeit und ein Vorbild für viele Bürger – gerade was seinen Engagement für den interkulturellen Dialog angeht.“ Rommels Zivilcourage und der Mut, gegen rückwärtsgewandte und engstirnige Tendenzen in der Gesellschaft das Wort zu ergreifen, habe er immer sehr bewundert und befürworte daher eine zusätzliche Ehrung wärmstens.

Auch OB Fritz Kuhn (Grüne) und Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer (CDU) teilten mit, sie würden ihrerseits dem Ältestenrat am 30. November einen Vorschlag für eine Namensgebung unterbreiten. Bisher war vor allem der Kleine Schlossplatz als möglicher Ort für eine zusätzliche Ehrung Manfred Rommels im Gespräch. Klaus Lang hatte auf eine möglichst zeitnahe Benennung gedrängt. Sollte der Vorschlag der Freien Wähler im Rat mehrheitsfähig werden, müsste sich Lang freilich in Geduld fassen: Die Bahn ist beim Bau des Tiefbahnhofs in der City, der eigentlich 2021 in Betrieb gehen sollte, eingestandener Maßen mindestens zwei Jahre im Verzug. Stephan Schorn, ehemaliger Stadtsprecher und Befürworter eines Rommel-Platzes, mahnt daher zur Eile: Es sei wichtig, bereits nach der Beschlussfassung eine symbolische Benennung, zum Beispiel am großen Stadtmodell oder auch in der Ausstellung im Bahnhofsturm, vorzunehmen. Schorn: „Den Gedanken von Klaus Lang, dass es diese Ehrung zu Lebzeiten von Frau Rommel gibt, halte ich für richtig.“

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